Zwitscherhexe

Stricken, Kochen, Pferde. Mein Leben zwischen Stricknadeln, Kochtöpfe und Reitstall

Überbackene Tortillas

Dieses Rezept ist eine Eigenkreation. Anregung habe ich mir von verschiedenen Tortillas Rezepten und direkt vom Mexikaner geholt. Einfach, relativ schnell und sehr köstlich:-)

Passt auch gut in meine Amerikareihe:) Gut dann lege ich mal los mit dem Rezept:-)

Zutatenliste:

400 Gramm Hühnerbrust (wem das zu trocken ist, alternativ auch ausgelöste Hühneroberkeulen)

1/2 grüner Paprika und ein 1/2 roter Paprika

1 kleine Dose Mais

1 Dose Tomaten

100 Gramm Topfen ( Quark)

100 Gramm Sauerrahm

250 Gramm geriebener Käse (z. B. Emmentaler)

Koriandergrün, 1-2 Chilischoten, Salz

8 Weizen Tortillas

Für die Guacamole:

1 sehr reife Avocado
50 Gramm Sauerrahm
1/2 Päckchen Gewürzmischung für Guacamole

Und los geht’s!
Hühnerbrust und Paprika würfeln, beides in Olivenöl anbraten, die Tomaten dazu und solange vor sich hinschmoren lassen bis der Saft der Tomaten eingekocht ist. Es muß sehr trocken sein, damit nachher die Füllung nicht zu flüssig ist.


In dieser Zeit Chilischoten und Koriandergrün hacken. Ich nehme immer zwei kleine, mittelscharfe Chilischoten, das Gericht wird dann angenehm scharf aber nicht zu scharf;)


Wenn du willst kannst du je nach Schärfeverträglichkeit mehr oder weniger nehmen. Das Korianderkraut kannst du auch weglassen, wenn du den Geschmack nicht magst.

Koriander und Chili am Schluß noch etwas mitköcheln lassen. Dann alles in eine Schüssel und mit den Mais, Sauerrahm, Quark und 100Gramm des geriebenen Käses vermischen.

Guacamole laut Packungsableitung zubereiten. Jede Tortillaflade mit Guacamole bestreichen, ein Klecks Fülle obendrauf, einrollen und in eine gefettete Auflaufform schichten. Die Fülle reicht für 8 Tortillas mit 20 cm Durchmesser.
Käse obendrauf und für 30 min in das 200Grad heiße Rohr. Die ersten 20 min am besten eine Alufolie als Deckel benutzen, sonst wird der Käse zu hart.

Aus dem Ofen, auf die Teller und schon hat man ein perfektes Abendessen.
Schmeckt eigentlich jeden, ob Kindern oder Erwachsenen. Ich liebe dieses Gericht und koche es recht häufig. Weil es soooo gut schmeckt!

Viel Spaß beim Nachkochen und lasst es euch schmecken

Ein Gruß aus meiner Küche

Eure Bettina

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Die Verstrickte Dienstagsfrage

Wie leicht oder schwer fällt es Euch, beim Stricken früh erlernte schlechte (An-)Gewohnheiten abzulegen?

Vielen Dank an Martine für die heutige Frage!

Sehr schwer! Ich mußte mich in den letzten Jahren sehr zusammenreißen, um schlechte Angewohnheiten wie Wolle zusammenzuknoten beim Knäuelwechsel oder Strickteile zusammenhäkeln statt ordentlich zusammenzunähen, loszuwerden. Diese Undinger sind Gott sei dank beseitigt, das Unding an mehreren Projekten gleichzeitig zu arbeiten und sie im ganzen Haus zu verstreuen leider nicht;) Noch muß meine Familie damit leben, in fast jeden Zimmer über derartigen zu stolpern. Genau so scheint meine Wollsammelsucht kaum heilbar! Aber ich versuche mich zu bessern:) Versprochen!

Liebe Grüße
Bettina

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Es wird Frühling!

Bald ist Februar und ich bin um diese Zeit immer schon in Stimmung bunteres, leichteres und fröhlicheres zu stricken. Es wird bald schon Frühling sein, jippie! In meiner UFO-Kiste findet sich so einiges an Sommerprojekten. So auch eine sehr süße Aranmuster-Weste. Zuckerlrosa, sehr mädchenhaft und perfekt für die ersten warmen Sonnenstrahlen. Das Modell ist aus einen Sabrina-Magazin, da allerdings aus faden, grauen Baumwolle-Mischgarn. Ich habe mich für „MerinoSeta“ von Lang Yarns entschieden. 70% Merino und 30% Seide, traumhaft schön, mit einen zarten Glanz und die Farbe ist einfach himmlisch!

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Zum Verstricken ist sie ein Alptraum. Das Garn splisst sich mit unübersehbarer Leidenschaft! Für feine Muster eine Herausforderung. Nicht zu empfehlen, nur für glatt rechts oder einfache Muster. Leider:( Wenn man mit Zopfnadel hantieren muß, dann sollte man vorher Baldriantabletten schlucken und zwar kiloweise. Die „Ohne Zopfnadel zopfen Methode“ funktioniert hier auch nicht, weil das Garn zu rutschig ist und sich immer gleich auftrennt. Wenn du mehr über diese Methode wissen willst dann klicke hier

Es gibt noch einiges zu tun, bis dieses Prachtstück fertig sein wird. Langweilig wird mir nicht werden, da es bei dieser Jacke unzählig verschiedene Muster gibt und das kommt mir als leidenschaftliche Musterstrickerin sehr entgegen. War auch der Grund, warum ich mich für dieses Modell entschieden habe. Und weil sie so supersüß ausschaut
Am langwierigsten werden wohl die Bordüren sein, die ich mustermäßig allerdings schon auswendig stricke. Also auch bequem beim Zahnarzt im Wartezimmer zu stricken

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Die Farbe der Wolle kommt bei den ersten Bildern der Realität am nächsten. Ist ein sattes Himbeerrosa. Leider habe ich, ein für mich zu dicke Nadelstärke gewählt. Ich stricke sehr locker und es wäre besser gewesen 3mm statt 4mm Nadeln zu nehmen. Jetzt ist das Gestrick recht locker, aber auch sehr weich und kuschelig.

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Auf den Fotos ist alles noch recht verzogen und schrumpelig, ich werde wohl fleißig spannen, dämpfen und fluchen. Besonders das Vorderteil ist dem schiefen Turm von Pisa sehr ähnlich. Was muß sich auch kraus rechts so zusammenziehen!
Dann werde ich mich wohl wieder dem Weitergang des Jäckchens widmen

Bis bald
Eure Bettina

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Kleinkram&Tasche

Ich konnte gar nicht glauben, das ich mit diesen kleinen Halswärmer so zu kämpfen hatte. Ist doch nur ein kleiner rechteckiger Fleck, mit mir doch bekannten Aranmuster. Doch eine englische, ausgeschriebene Anleitung und ein ständig reißender Beilauffaden kosteten mir fast die Nerven. Ich kann diese ausgeschriebenen Anleitungen nicht leiden. Ich mag es wenn komplizierte Muster in Diagrammen dargestellt werden und nicht Reihe für Reihe aufgeschrieben sind. Ich bekomme immer einen Knoten im Kopf. Und mit englischen Anleitungen bin ich noch nicht so ganz warm geworden. Gut, aber die wirklich schönen und interessanten Stricksachen sind meist in englisch gehalten. Und deswegen heißt es für mich üben, üben und nochmals üben. Und es wird immer besser und ich lese englische Anleitungen jetzt schon fast wie deutsche. Super, nicht? Und ja, dieser verdammte Lurexfaden! Ich habe bereits einen ganzen Pullover damit gestrickt und er ist kein einziges Mal gerissen! Also warum jetzt? Die Idee für diesen Halswärmer kam auch mit dem kragenlosen Pulli, wo ich nie wußte was soll ich bloß drunter ziehen. Unterziehrolli ist zu derb für den feinen Pulli und Spitzenbluse mit Stehkragen, nun sagen wir mal, ich schaue damit aus wie eine Oberlehrerin. Ich hatte noch ein Restknäuel von Gedifra „Angora Merino“ (80% Angora, 20% Merino), die Angabe stammt aus „Vampire Knits“ Ein sehr nettes Büchlein mit vielen Kleinigkeiten wie Strümpfe, Stulpen und Schals. Wie auch ein sehr netter Hoodie und ein entzückendes Cape. Die Anleitungen sind sehr übersichtlich und auch gut zu verstehen. Recht ideal um mit englischen Anleitungen anzufangen. Ich kann das Buch nur empfehlen, vor allem wenn man Twighlight & Co mag:) Der Pullover ist aus der Verena „Winter 2007/08“ und wurde quergestrickt.Allerdings ist man bei der Auswahl der Kragenlösung immer etwas eingeschränkt. Um so besser die Lösung mit dem Extrakragen. Passt auch super zu einen Stoffkleid o.ä. und gerade das andere Muster gibt dem ganzen das gewisse Etwas. Der Knopf im Hirn hat sich also gelohnt;-) Eine weitere Filztasche ist auch fertig geworden. Ich habe sie für meine Schwester gemacht. Ist doch immer wieder schön für andere zu stricken, besonders wenn die Freude dann groß ist. Mein Schwesterlein hat sich sehr gefreut und die Tasche ist bereits fleißig in Verwendung. Das Modell ist aus „Strick & Filz No. 3“ von Lana Grossa. Die Wolle ist ebenfalls von Lana Grossa „Feltro Color“ (100% Schurwolle) Furchtbar zum verstricken, ich hatte nachher kein Gefühl mehr in den Händen. Besonders bei den linken Maschen ist das abstricken Schwerstarbeit. Das Maschenbild wir allerdings sehr gleichmäßig und auch das gefilzte Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein schlichtes Modell, das sehr gut zu dem sportlichen Stil meiner Schwester passt. Besonders froh war ich, das ich diesen dreieckigen Knopf gefunden habe. Der passt so optimal! Da ich keine Lederband auftreiben konnte (man glaubt es kaum) habe ich einen gewachsten Schnürsenkel zweckentfremdet. Mit guten Ergebnis:-) Ein Projekt, das ohne Pannen und Fluchen von statten ging. Ist doch mal erfreulich. Naja, nicht ganz ohne Panne….jemand der namentlich nicht genannt werden möchte, hat zu stark an der unteren Taschenverstärkung gezogen (nach dem Waschen, beim ausdehnen) und zack ein kleiner Riss! Konnte ich unsichtbar wieder nähen (derjenige spricht schon Dankesgebete) Taschen zu stricken und zu filzen macht mir unheimlichen Spaß und die nächste Tasche wird eine für meine Nichte sein. Da kann ich auch wieder mal zu Häkelnadel greifen. Einfach mal ausprobieren! Für Rat und Tat stehe ich gerne zu Verfügung:-) Eure Bettina

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Krimskrams&Allerlei

Ich bin der passionierte Pullover und Jackenstricker, Kleinkram wie Socken, Hauben etc. sind eigentlich nicht so mein Ding. Oft habe ich das Gefühl, Zeit damit zu verschwenden, weil ich ja den schönen Zopfpulli oder ähnliches weitermachen will bzw. fertigstellen möchte. In diesen Winter habe ich einige Hauben und Schals für die Familie gestrickt und es war nett diese kleinen Projekte schnell, oft in zwei bis drei Tagen fertigzustellen. Ich hatte schnell ein Erfolgserlebnis und das war mal eine nette Erfahrung.

So habe ich in der Dezemberausgabe des Lena-Magazins einige nette Sachen entdeckt, die versprachen schnell fertig zu werden und auch noch interessant in der Herstellung sind. Besonders begeistert hat mich die niedliche Handytasche und der passende Schlüsselanhänger. Die Wolle habe ich bei Buttinette bestellt, eine einfache Acryl-Wolle die eine gewisse Stabilität versprach. Ich bin über diese günstige Wolle positiv überrascht, sie ist wirklich sehr weich, die Farben sind schön und  läßt sich gut verstricken. Gerade für Projekte wie Kuscheltiere oder auch Accessoires super geeignet. Es muß nicht immer die ganz teure Wolle sein.

Auf der Handytasche habe ich den Bommel weggelassen. Das erschien mir doch etwas unpraktisch. Auch habe ich keine Herz-Bommel gemacht. Ich wollte mir dann doch nicht den Herz-Bommel Maker kaufen. Außerdem habe ich mir vor einiger Zeit die speziellen Bommel-Maker von Clover gekauft, der hier das ersten Mal zum Einsatz kam. Sehr praktisch und eindeutig zu empfehlen! Auch habe ich mich gegen den alleinigen Gebrauch von rosa Holzperlen entschieden. Eindeutig zu viel „Girlie“. In Kombination mit den naturfarbenen Perlen wirkt das Ganze doch erwachsener.

Ich habe die zwei Sachen in einen Tag hergestellt und das Ergebnis ist sehr herzig ausgefallen. In der Handytasche hat es mein IPhone jetzt kuschelig warm und ist optimal geschützt. Meine Ohrhörer finden auch noch ausreichenden Platz. Der Schlüsselanhänger stellte sich als optimal für meinen Autoschlüssel heraus. Wenigstens finde ich das Ding jetzt schneller.

Im Moment ist ein kleiner Halswärmer in der Fertigstellung. Mit viel Aranmuster ebenfalls eine kleine nette Abwechslung. Demnächst hier im Blog:-)

Eure Bettina

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Cookies&Co

Zugegeben ich liebe alles was aus den USA oder England kommt. Ich bin einfach extrem anglophil. So bin ich auch interessiert an den leckeren Dingen der amerikanischen Küche. Gut, Amerika ist nicht gerade DAS Land der kulinarischen Genüsse, ebensowenig wie England. Aber wenn man genauer hinsieht, findet sich doch so einiges was wirklich essenswert ist und auch toll zum nachkochen.

Beginnen möchte ich mit den sehr typisch amerikanischen Cookies und Cupcakes. Eigentlich von England nach den USA importiert, verbindet man doch diese süßen Köstlichkeiten mit dem Land über dem großen Teich.

Was ich liebe an diesen kleinen Zuckerbomben? Ganz simple erklärt, sie sind einfach zu machen, sehr saftig und vielfältig in ihren Variationen. Typisches Kleingebäck aus unserer Region, wie Österreich oder Deutschland, ist meist aus den etwas trockeren Mürbeteig und immer irgendwie perfekt in Form und Größe. Anders die Cookies. Meist aus weichen Teig, immer etwas unrund und nie ganz gleich groß. Und genau das ist einfach sympathisch. Und wenn der Guß etwas ungleich ist, dann sind die kleinen Leckereien erst recht perfekt. Meine Lieblingscookies sind Vanillecookies aus einen Kochbuch, das nur solche Keksrezepte beinhaltet. Einfach kleine Kugeln formen, platt drücken und ab in den Ofen. Raus kommen weiche und saftige Teigtaler die dann mit einer picksüßen Zuckerglasur überzogen werden. Durch den Anteil an Zitronenschale im Teig sind die Cookies allerdings nicht zu süß, sondern haben eine frische Note. Lustig bei diesen Exemplaren finde ich die kleinen schwarzen Vanilletupfen in der Glasur. Als hätten sie Läuse….Beim fotografieren habe ich allerdings festgestellt, das sie besser schmecken als sie aussehen.

Nun zu meinen Lieblingscupcakes, Schokoladen-Kirsch-Cupcakes aus einen Buch von Nigella Lawson. „How to be a domestic goodess“ heißt das Werk, mein erstes englisches Kochbuch, das ich aus London mitgebracht habe. Und Nigella ist bereits eine Göttin, eine Kochgöttin! Ich liebe ihre Rezepte und ihre Kochsendungen. Im Gegensatz zu Jamie Oliver, mit dem ich nichts anfangen kann. Das besondere an diesen kleinen Küchlein, ist die ordentliche Portion Kirschmarmelade im Teig. So köstlich, so saftig! Der Schokoguss besteht aus Creme Double und Schokolade den man nicht zu perfekt aufträgt. Er kann schon an den Seiten herunterlaufen. Ein kandierte Kirsche on the top und fertig ist die schokoladige Verführung. Allerdings hat man nach dem Genuss einen Schoko Overkill.

Ich möchte in Zukunft noch einige Spezialitäten aus England und den USA vorstellen. Also schaut wieder einmal bei mir vorbei.

Eure Bettina

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Gefilzte Tasche Teil 2

Es ist immer eine Überraschung, wenn man die Tür der Waschmaschine aufmacht und das gefilzte Strickteil herausholt. Die Überraschung kann positiv ausfallen oder man bekommt einen hysterischen Schreikrampf. Kann durchaus passieren, wenn das Kleid oder der Kissenbezug zur Puppengröße geschrumpft ist. Besonders wenn dies um 1 Uhr nachts passiert. Wahrscheinlich läßt die nächtliche Stunde es noch kleiner erscheinen.

Tasche vor dem Filzen

Nach dem Filzen

Bei der Tasche war ich weder positiv überrascht noch bekam ich einen kleineren Nervenzusammenbruch. Das orange Ding sah nur wie etwas aus, das die Katze hereingetragen hatte. Ich habe dann daran herumgezerrt, mit Zeitungspapier gestopft, das Zopfmuster etwas in Form gebracht und war eigentlich heilfroh, das der Henkel, wie befürchtet, sich nicht in alle Einzelteile aufgelöst hat. Und hübsch ist sie geworden, die Tasche.

Allerdings war mir der Henkel zu elastisch, ich hatte das Gefühl eine Jojo in den Händen zu halten. Eine Lösung mußte also her, nur was für eine? In Anlehnung an die klassische Chanel-Tasche kaufte ich im Baumarkt eine einfache Goldkette und zog sie durch die einzelnen Glieder des Henkels. Und voila, schafft Stabilität und schaut auch noch schick aus. Kommt auch ganz meinen Sinn für kleine, feine Details entgegen. Auch wenn ich vom Verkäufer komische Blicke erntete, weil ich genau 80 cm Kette wollte. Das ist ihm anscheinend noch nicht untergekommen. Ja was macht man bloß mit so wenig Kette? Eine Tasche verschönern…..

Meine nächsten Filzprojekte werden eine Kleid aus Wolle von Lang Yarns sein und zwei weitere Tasche, die ich für meine Nichte und Schwester fertigen werde. Ich bin gespannt, was ich wohl das nächste Mal aus der Waschmaschine ziehen werde.

Eure Bettina

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Gedanken

Die Strickwelt verändert sich. Nein, sie hat sich bereits verändert. Ravelry, Strickblogs, Foren….heute sind wir vernetzt, laden uns Anleitungen auf den Computer, tauschen uns aus, lernen von anderen und sind schon lange nicht mehr die altbackenen, strickenden Hausfrauen oder Ökoladys der früheren Jahre

Als ich vor 25 Jahren begonnen habe zu stricken, hatten wir nicht viel Auswahl an Garnen oder Anleitungen. In meiner Heimatstadt gab es damals zwei kleine Woll- bzw. Handarbeitsgeschäfte. Der eine kleine Laden, der bis heute existiert, hatte nicht viel Auswahl. Neben Stickzubehör und Schulgarnen gab es Wolle von 3 Pagen und ich glaube ONline. Verschiedene Mischgarne und einfache Baumwolle wurden angeboten. Es reichte für die Anleitungen aus dem Strickmagazin „Verena“ das ich abboniert hatte und monatlich erschien. Wenn ich mir heute diese alten Modelle anschaue, muß ich schmunzeln. Ein Pullover bestand aus zwei geraden Teilen mit Halsausschnitt und zwei konischen Ärmeln. Von Armkugeln, Taillierungen oder alternativen Bundabschlüssen war keine Rede. Pullover die man von oben nach unten strickt, Jacken die man in Runden strickt und dann aufschneidet, davon konnten wir nicht einmal träumen. Nur die Mustervielfalt in dem Heftchen war enorm und ich verdanke heute mein Geschick in Musterstricken dieser Tatsache.

Zwei frühe Modelle

Als ich dann das erste Mal Merinowolle oder reine Seide in den Händen hielt, veränderte sich schon einiges bei mir. Ein gewisses Umdenken. Dank sei der Besitzerin des zweiten kleinen Ladens. Sie bot Garne von der französischen Firma Bouton’dor an und hatte auch Strickhefte dieser Firma auf Lager. Wow, endlich einmal Modelle die anders waren. Noch heute schaue ich mir die damals gestrickten Bouton’dor Modelle gerne an und trage sie durchaus noch. Auch die Verena Pullis und Jacken wurden dank edler Wolle zu etwas besonderen. Ich konnte mir zwar damals die teure Wolle nicht so leisten, aber für ein paar Stücke reichte es schon.

Ein Bouton’dor Modell und ein Pullover aus reiner Seide

Anfang der 90iger Jahre erlebte der Strickboom einen Einbruch. Plötzlich schlossen viele der kleinen Wolllädchen, auch mein kleiner Lieblingsladen schloss für immer seine Pforten. Das Magazin „Verena“ wurde eingestellt und ich hörte für eine Zeitlang auf zu stricken. Angefangene Projekte lagen im Keller und wurden vergessen. Aus irgendeinen Grund war Stricken plötzlich wieder verstaubt und altbacken. War es doch vorher cool und trendy gewesen. Ich weiß nicht was die Wende brachte, aber plötzlich kam Verena wieder in den Handel und war plötzlich viel stylischer und moderner als noch vor Jahren. Der kleine Handarbeitsladen hatte jetzt Garne von Lana Grossa und Gedifra. Merinowolle wurde das normalste der Welt. In dieser Zeit habe ich viel produziert. Zeitlos und immer noch tragbar.

Gestrickt aus Lana Grossa Alpaka Garn, Modell ebenfalls Lana Grossa

Modell aus dem Magazin Verena, gestrickt aus Lana Grossa Garn

Aber dann entdeckte ich das Internet. Wollshops die handgefärbte Wolle aus Peru anbieten und Wolle von exklusiven Firmen aus der ganzen Welt, Edelholznadeln und alles mögliche Strickzubehör von den ich nichts ahnte. Erstaunt habe ich auf den ersten Strang von Art Yarns geblickt, meine erste Kaschmirwolle verstrickt und etwas von Surialpaka erfahren. Plötzlich strickte ich kein Norwegermuster sondern Fair Isle und aus dem banalen Ajour wurde feines Lace-Muster mit Garnen die unglaubliche Lauflängen von bis zu 600 m erreichen können (per 50 gramm, versteht sich)

Mein erstes Kaschmir Twinset (Wolle von Lang Yarns)

Und da veränderte sich wieder etwas in mir. Ich merkte wie eingefahren ich eigentlich in meiner Strickerei war. Aber jetzt lernte ich wieder dazu, hole mir bis heute Anregungen von anderen Strickerinnen und werde immer vielfältiger und die Aha-Erlebnisse sind immer noch da, so wie bei meinen ersten Knäuel Merinowollw. Danke schöne neue virtuelle Welt…..

Nun werde ich meinen Fair Isle Handschuh aus englischer Shetlandwolle mit Holznadelspiel weiterstricken. Fair Well!

Eure Bettina

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Gefilzte Tasche

Gestricktes zu filzen ist einer meiner neusten Leidenschaften. Man kann wunderbare Taschen, Kissenbezüge und auch Jacken und Kleider mit dieser Methode zaubern. Ab in die Waschmaschine und beim schrumpfen zusehen. Meist mit einen kleinen Schock verbunden, weil das Gestrickte oft massiv an Größe verliert. Aber etwas bügeln und dehnen und schon ist man wieder glücklich.

Ich habe diese Tasche in dem Heft Filati Home von Lana Grossa entdeckt und mich sofort in sie verliebt. Sie erinnert mich an die Modelle von Chanel oder Hermes. Ein wenig verspielt und doch klassisch. Die Original Wolle hatte ich bereits bei mir eingelagert, da ich mir einmal viel zu viel von diesen Garn gekauft hatte. War schlicht ein Versehen, weil ich mich beim Umrechnen der Garnmenge für einen Poncho schlicht verrechnet hatte. Aber nun hat sie ihre Bestimmung gefunden

Bereits fertig gestellt ist das Vorderteil, der Taschenboden und der Henkel. Gestrickt mit einer Nadelstärke 10 eigentlich schnell genadelt. Das Muster des Vorder- und Rückenteils ist mustertechnisch eine kleinere Herausforderung, geeignet für Strickerinnen die schon etwas Erfahrung mitbringen. Für Anfänger eher nicht. Die Henkeleinzelteile habe ich nicht wie angegeben mit einer Häkelnadel Nr. 12 sonder mit Nr. 8 gehäkelt. Ich wollte mir nicht extra eine passende kaufen. Aber etwas locker gearbeitete Luftmaschen gleichen das aus. Zuerst wollte ich die Glieder des Kettenhenkels vernähen, habe mich aber für Verknoten entschieden. Mit der Hoffnung das sie nicht beim Filzprozess aufgehen. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich nähe nun mal nicht so gerne

In Arbeit ist nun die obere Umrandung. Ein schlichter Zopf der den Taschenabschluß bildet. Auf das Ergebnis bin ich schon sehr gespannt.

Eure Bettina

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