Zwitscherhexe

Stricken, Kochen, Pferde. Mein Leben zwischen Stricknadeln, Kochtöpfe und Reitstall

Die verstrickte Dienstagsfrage

Die heutige Frage des neugierigen Wollschafs:

Manchmal verliebt man sich in ein Garn, dass einen in den schönsten Farben aus dem Regal angelächelt hat.

Dann geht man nach Hause und strickt es voller Vorfreude an und muss feststellen, dass das Stricken gar nicht so einfach ist. Gerade Baumwolle teilt sich auch gerne einmal.

Macht es euch viel aus, wenn ihr Garn verstrickt, dass sich teilt? Bin auf eure Antworten gespannt.

Vielen Dank an Bianca für die heutige Frage!

Meine Antwort:

Bei aufwendigen Mustern, besonders bei den vielen Verkreuzungen bei Aranmuster, ist es ein bissl mühsamer mit Garn zu stricken, das sich schon beim bloßen Hinsehen aufdröselt. Eigentlich steche ich nie ins Garn, auch mit sehr spitzen Nadeln kenne ich dieses Problem nicht wirklich, aber bei Wolle die zum splissen neigt, erwische ich auch nicht immer den ganzen Faden und wenn dann Zopfnadeln dazukommen, naja muß ich eben etwas besser aufpassen. Solche „Schwarze Peter“ der Garne gibt es eben immer wieder. Ich stricke dann einfach weiter und kaufe dieses Garn nicht mehr. Kommt auf die Abschußliste :mrgreen: Es gibt sicher schlimmeres als sich teilendes Garn 😉

Gehabt euch wohl

Eure Bettina

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Ganz viele Perlen…

…..sind bei mir angekommen (habe ich schon mal erwähnt, dass ich den Postmann echt lieb habe?) Geordert habe ich die Rocailles bei Perlencontor. Der Shop hat wirklich eine grandiose Auswahl an böhmischen Rocailles-Perlen. Und zur meiner Zufriedenheit passen die Perlen auch farblich super zu meinen Lace Garnen. Auf dem Bildschirm ist die Farbe nicht immer sehr gut zu erkennen. Den Strang am Bildschirm haltend habe ich versucht eine einigermaßen passende Übereinstimmung zu finden. Aber hat gut geklappt 🙂

In meinen momentanigen Perlenwahn möchte ich auch noch japanische Toho Perlen und Glasschliffperlen ausprobieren. Ich habe da so ein Abendtuch mit jetfarbenen Glaschliffperlen im Kopf, vielleicht aus Alpakawolle, hmmm mal sehen. Ich denke das müßte toll aussehen 🙂

Die ersten Perlen wurden schon in meinen jetzigen Tuchprojekt verarbeitet. Ich habe orange und cremeweiße Perlen verwedet und die harmonisieren sehr gut mit Silky Millions von Dibadu. Tuch „Julya“ geht etwas langsam voran, ist sehr aufwendig zu stricken. Hier ist nix mit auswendig vor sich her stricken. Man hat die Nase ständig in der Anleitung kleben. Chart 1 habe ich schon abgeschlossen, hat mich etwas in den Wahnsinn getrieben :mrgreen: Konzentration ist hier lebensnotwendig. Trotzdem ist mir ein Fehler unterlaufen 😯 Etwas spät am Abend, müde und unkonzentriert und schwupps war es geschehen. Ich konnte soweit ausbessern, dass ich ohne ribbeln das Muster fortsetzen konnte, aber man sieht es ein wenig (zumindestens ich sehe es, sonst wahrscheinlich eh keiner) Ribbeln ist bei so einen filigranen Netzmuster eh total sinnlos, ich hätte alles ribbeln müßen. Nene, mach ich nicht und Lifelines ziehe ich auch nicht (ich gehe auch ohne Schwimmflügerl schwimmen, weil ich ja schon seit 30 Jahren schwimmen kann) Muß ich halt mit dem kleinen Fehler leben!

Chart 2 ist schon zur Hälfte gestrickt (auf dem Foto noch nicht zu sehen) ich brauche zwar eine halbe Stunde für eine Reihe (ca 400 Maschen) aber macht ja soooo viel Spaß und schön wirds *freu* Die Perlen habe ich in die Blätter gesetzt, Chart 2 ist perlenfrei und in die Randspitze kommen noch viele Perlen. Ich werde damit die Form des Diamantmusters betonen. Auf die Größe des Tuches bin ich schon gespannt, den ich habe sehr feines Seidengarn genommen. Fast schon Cobweb Stärke. Ist etwas schwieriger zu verstricken, aber wird wunderbar zart und hauchfein.

Im Zuge meiner Spitzenstrickerei ist mit mir etwas sehr interessantes passiert. Mein Bauchgefühl und mein Herz sagen mir, da bist du angekommen. Kennt ihr das? Als hätte diese Tätigkeit schon lange darauf gewartet zu dir zu kommen. Genau das ist mir hier passiert. Und dabei bin ich noch gar nicht tief in die unendlichen Weiten des Kunststrickens vorgedrungen. Gibt noch vieles zu entdecken. Mein größtes Ziel ist es, einer dieser legendären Wedding Ring Shawls zu stricken. Feinste Shetlandtücher, die so dünn und zart sind das sie durch einen Ehering passen. Ich finde das ungemein faszinierend. Bei Heirloom Knitting gibt es eine reiche Auswahl an wunderschönen Tüchern und hauchfeinen Garnen. Die Entscheidung welche Anleitung nun zu nehmen, fällt hier wirklich sehr schwer :mrgreen:

Und jetzt kann ich nur sagen „Gut Lace“

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Ein Strickbuch für Romantiker

In der letzten Zeit sind wieder einige Einkäufe ins Haus geflattert. Unter anderen auch Strickbücher. Hach, ich liebe es in Strickbüchern zu schmökern. Ich empfinde das als enorm entspannend. Einige sehr schöne Bücher wie „A stitch in time“ oder „Victorian Lace today“ liegen bei mir auch als Coffeetable Books im Wohnzimmer auf dem Tischchen.

Besonders angetan haben es mir die Modelle aus „A handknit romance“ und was der Titel verspricht ist auch drinnen.

Wunderschöne, verspielte und mit vielen, liebevollen Details versehene Pullover, Jacken und allerlei Kleinkram. Genau mein Ding. Ich bin ja ein so ein richtiges Mädl, dass alles liebt was romantisch ist und ein auch bissl kitschig.

Ich blättere das Buch immer wieder durch und ich bin jedesmal total begeistert. Was mir besonders gefällt, ist dass alle Modelle einen historischen Hintergrund haben. Modelle aus vergangenen Zeiten wurden hier modern umgesetzt. Und so was fasziniert mich. Die Mode anderer Epochen hat mich immer schon interessiert. Und ich könnte wirklich alles, aber auch alles nachstricken 😆

Wie dieses süße Top, das einen typischen Camisole nachempfunden ist. Früher versteckten die Damen allerdings dieses süßen Teile unter Kleider. Heute wird es zu einen weiten Rock getragen und man kann etwas in Nostalgie schwelgen.

Das Töpchen möchte ich diesen Sommer noch stricken. Mal schauen, ob ich das zeitlich hinbekomme. Aus Seide würde es mir gut gefallen. Einziger Kritikpunkt an diesen Strickbuch sind die ellenslangen Anleitungen. Alles in Textform, jede Reihe wird beschrieben und jede, aber auch jede Masche wird hier einzeln vorgestellt. Eben eine typisch englische Anleitung. Ist wirklich gewöhnungsbedürftigt und ich muß mich hier regelrecht durchbeißen. Wäre dieses Top in einer Verena, dann wäre die Anleitung eine halbe Seite, hier ist sie sechs Seiten lang!!! Unglaublich, nicht? Aber die wirklich schönen Modelle sind das auch wert, sich durch etwas mehr Text zu arbeiten.

Diese Jacke mit dem dazu passenden Rock sind eindeutig mein Favorit. Die Jacke ist zwar in glatt rechts (und das ist nun wirklich nicht meins) aber mit so wunderschönen, kleine Details versehen, dass sie unbedingt auf meine Do-to-Liste kommen mußte.  Ich müßte vieeeeel mehr Zeit haben! So ein 48 Stunden Tag wäre doch praktisch. Dann könnte ich all das stricken, was ich auch stricken möchte. Und das ist wirklich eine Menge :mrgreen:

“ A Handknit Romance“ von Jennie Atkison, hier erhältlich 🙂

So, jetzt habe ich aktiv etwas gegen meine momentanigen Blogunlust getan 😉 Aber es ist heiß da draußen und da planscht man liebe im Pool als im Laptop zu hängen. Aber ich bleibe euch schon erhalten, versprochen!

Gehabt euch wohl

Eure Bettina

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Ich habe Socken gestrickt!

Ich habe sogar zwei Socken gestrickt, allerdings ist einer größer als der andere. Warum? Wenn ich das wüßte! Jetzt stricke ich schon mal Socken, um gegen den Staus des Antichristen des Sockenstrickens anzukämpfen und dann sind sie nicht gleich groß! Mein Strickaufzeichnungen haben aber gar nicht funktioniert, haben mich schmählich im Stich gelassen. Und mir ist das gar nicht gleich aufgefallen, dass ich zuwenig Reihen am Fuß gestrickt habe. Zeitweise geistige Umnachtung, anhaltenden Amnesie? Man weiß es nicht genau. Gezerrt habe ich an dem Socken, dachte ich habe zu fest gestrickt, ungläubige Stirnrunzeln machte sich breit gefolgt von einen Lachanfall. Muß ich halt ribbeln und die Socke etwas verlängern, macht ja nix :mrgreen:

Hat aber Spaß gemacht, obwohl mir der zweite Socken immer noch etwas Überwindung kostet. Die wunderschöne Wolle von Dornröschen Wolle war eigentlich für ein Tuch gedacht, aber dieses Grün! Ich will das nicht im Gesicht haben, also wurden Socken daraus. Eine nette Anleitung war schnell gefunden, ich finde ja bei Socken solch querlaufendes Muster einfach toll 🙂 Und die Anleitung ist wirklich zu empfehlen, das Muster sieht  schwerer aus als es ist. Eigentlich ganz einfach 😉 Sind wirklich herzige Sommersocken mit Herzchenferse geworden 🙂 Und haben auf Grund der Farbkombination den Namen „Kermit & Miss Piggy“ bekommen :mrgreen:

Ich glaube ich werde wieder Socken stricken, diesmal aber gleich lange *lach*

Modellinfos:

Socken „Thanks“ von Regina Satta, Handgefärbte Sockenwolle von Dornröschen Wolle (80% Schurwolle, 20% Polyamid) ca. 80g mit 2mm Nadeln gestrickt Größe S/40

Gehabt euch wohl

Eure Bettina

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Shawl #4

Ein paar verregnete Urlaubstage im schönen Salzburgerland haben zur Fertigstellung meines vierten Tuches bzw Stola geführt. Die mir zuerst unendlich erscheinende Randspitze ging in gemütlicher, rustikaler Atmosphäre dann schnell von den Nadeln. Wieder daheim, war meine erste Tat diesen Spitzentraum zu spannen. Was wieder mal zu ungläubigen Kopfschütteln meines Mannes führte (er grinste aber heimlich sehr amüsiert und glaubt immer ich bemerke so was nicht!) Das Spannen hat relativ viel Zeit in Anspruch genommen, jede Spitze erforderte gesonderte Aufmerksamkeit. Ganz perfekt ist es mir nicht gelungen, muß aber auch nicht sein. Es ist nunmal Handarbeit und soll auch danach aussehen.

Das Stricken hat wirklich viel Spaß gemacht. Besonders die angestrickte Randspitze war sehr kurzweilig, was ich nicht gedacht hätte. Deswegen ist schon eine weitere Stola von Victorian Lace Today in Planung. Muß ja schließlich mein Soll von 12 Tüchern erfühlen. Aber das wird kein Problem werden 🙂

Fotografiert habe ich wieder im Garten, etwas Sonnenschein und kein Regen machten dieses Vorhaben möglich. Die im Hintergrund zu sehenden Purpurglöckchen haben exakt die gleiche Farbe wie die Stola. Die wunderbaren Farben meine Blumen werden mich sicher noch bei den anstehenden Wollfärbungen inspirieren.

Bevor das nächste Tuch wachsen darf, muß noch meine Perlenlieferung eintreffen. Ich möchte Tuch Julya, das schon auf den Nadeln ist, mit kleinen Rocailles versehen. Ich hätte das Bestellen fast vergessen und habe schnell einen kleinen Vorrat an Perlen in mehreren Farben und Größen geordert. Und jetzt müssen noch dringend einige WIP,s fertigwerden, denn es häufen sich schon wieder die angefangenen Projekte und ich will keine weiteren UFO,s erzeugen. Aber ihr kennt das ja :mrgreen: Und über das, was gerade auf die Nadeln gekommen ist, werdet ihr sicher lachen….wird aber nicht verraten *lach*

Modellinfos:

Melon Pattern for a scarf or a shawl von Jane Sowerby aus „Victorian Lace Today“, Lotus Cashmere 2ply (100% Kaschmir 400yard/55g) ca. 100g mit 3,5 mm und 3 mm Nadeln gestrickt. Maße nach dem spannen: 170 x 50 cm

Gehabt euch wohl

Eure Bettina

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12 Tücher im Jahr 2012

Ich habe für mich die ideale Gruppe bei Ravelry gefunden 🙂 Nennt sich 12shawls2012 und wie der Name schon sagt, besteht die Aufgabe darin 12 Tücher in diesem Jahr zu stricken. Und es gibt zahlreiche Preise zu gewinnen, wie etwa Anleitungen oder auch Wolle. Meine perfekte Ausrede viele Tücher zu stricken, denn das mache ich im Moment am liebsten. Und ich befinde mich so in einer arbeitsame Strickphase, dass ich auch für dieses Modell nur 5 Tage gebraucht habe (ich kanns gar net glauben). Allerdings brennen meinen Hände etwas und mein Göttergatte läßt mich demnächst einliefern, weil ich mitten in der Nacht noch Tuch spannen gehe *lach* Aber er hat ein verrücktes Huhn geheiratet und jetzt muß er auch mit dem Federvieh leben!

Der hübsche „Ashton Shawlette“ ist mein drittes Tuch (eigentlich mein 3 1/2 tes Tuch…an der „never ending border“ von der Melone Stola stricke ich noch ein Weilchen) Dieses Modell habe ich für die zugegebenermaßen sehr dekatente Wolle mit echten Sterlingsilber ausgesucht. Im Muster sind sehr viel glatt rechts Flächen und hier kommt das Silber besser zur Geltung. Ich hatte schon vor einiger Zeit mit diesen Garn einen Schal begonnen, aber wieder geribbelt. Das filigrane Muster passte nicht zu der Glitzerwolle. Zu kaufen gibt es diese Wolle hier.

Ich habe das Tuch um einiges größer gestrickt. Jetzt ist es mehr ein Shawl und kein Shawlette. Statt fünf Wiederholungen von chart 1 habe ich acht gestrickt. Es sollten ursprünglich neun werden, da hätte das Garn allerdings nicht gerreicht. Die Formel, das die Randspitze ungefähr die Hälfte des Garnverbrauchs ausmacht, scheint zu stimmen 🙂

Habe ich schon erzählt, das meine Madli Stola in der Auslage des Wollgeschäftes in Tulln hängt? Ist das nicht toll? *stolz sein* Kaufen wollte es auch schon einige, aber sie ist absolut unverkäuflich :mrgreen:

So, jetzt habe ich gerade eine Teststrickjacke für Petra auf den Nadeln. Die Jacke werde ich für mein Töchterlein stricken. Ein neues Tuch ist auch schon angeschlagen. Diesmal wird es ein halbrundes Tuch aus handgefärbter Seide. Auf ein neues!

Modellinfos:

Ashtone Shawlette, 170 g Kraemer Sterling Silk & Silver, mit 3,75 mm Nadeln gestrickt, Farbe: Red Carpet, Maße nach Spannen: 190 x 85 cm

Gehabt euch wohl

Eure Bettina

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Die verstrickte Dienstagsfrage

Die heutige Frage des neugierigen Wollschafs:

Am Samstag 09. Juni ist Welttag des Öffentlichen Strickens. Ich finde es eine tolle Idee, rauszugehen und sich zum Stricken und Häkeln zu bekennen. Leider finde ich nur Aktionen, die Mützchen und Decken produzieren, sodass meiner Meinung nach der Wert der Hand-Arbeit hinten ansteht gegenüber der Not, die gelindert werden soll. Oder es sind Aktionen von Woll-Läden, die Kundschaft suchen und einen Werbegag platzieren. Was tut Ihr an diesem Tag, was bedeutet er Euch? Und wie organisiert Ihr Euch dafür?

Vielen Dank an mo-hair für die heutige Frage!

Meine Antwort:

Hmm, gute Frage. Ich wußte gar nicht das es so einen Tag gibt und habe mir dementsprechend keine Gedanken dazu gemacht. Ist aber eine gute Idee. Das Stricken hat leider heute immer noch keinen großen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Dabei fördet es die Kreativität, das logische Denken, baut Stress ab und fördert auch das Selbstvertrauen.Man knüpft Kontake zu Gleichgesinnten, was gegen Einsamkeit und Isolation helfen kann, die man heute immer mehr antrifft. Die positiven Eigenschaften, dieser doch sehr traditionellen Handwerkskunst etwas mehr publik zu machen, finde ich sehr erstrebenswert. Und so ein spezieller Tag kann dabei gute Dienste tun. Wenn Wollgeschäfte damit etwas die Werbetrommel rühren, finde ich das nicht weiter schlimm. Viel zu viele kleine Wolllädchen sind kaum überlebensfähig und es gibt immer weniger Wollgeschäfte. Der Zweck heiligt manchmal die Mittel, oder?

In meine Freundeskreis wird oft nicht wirklich registriert, das ich stricke. Stellen sich die meisten Nichtstricker vor, das stricken altbacken ist und eigentlich einfach, weil es ja nur „Hausfrauen“ praktizieren? Ich weiß es nicht. Ich habe mittlerweilen aufgegeben, das zu ergründen. Anerkennung und ein Miteinander finde bei Gleichgesinnten hier im Netz und würde mir ein Stricktreffen wünschem, was hoffentlich bald organisiert werden kann.

Am Samstag werde ich mich vielleicht in ein Cafe setzen und dort stricken. Meine einzige strickende Freundin habe ich leider verloren, die Freundschaft ist nach langen Jahren zerbrochen. Also alleine? Oder mit Familie? Ich weiß es noch nicht. Aber, da ich jetzt einen Anstoß dazu bekommen habe, werde ich nächtes Mal bei einen Treffen mit Freunden mein Strickzeug auspacken und dann hoffentlich der leidlichen Frage entkommen „DAS hast du selber gestrickt. Ah geh!“ Denn dann kann ich es beweisen…

In diesem Sinne einen gut verstrickten öffentlichen Stricktag 🙂

Eure Bettina

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Wenn die Mutter mit der Tochter

Wie ich ja bereits ewähnt habe, stricke ich meiner Mutter, als Geschenk zu ihren runden Geburtstag, ein Twinset. Genaues Alter wird nicht verraten, steht unter strenster Geheimhaltung! Und da mir bei meinen derzeitigen Pulloverprojekt, wie erwartet, ein Teil der Wolle ausgegangen ist (ich wollte es bis zum Schluß allerdings nicht wahrhaben 😯 ) und ich die besagte Wolle nachbestellen mußte, habe ich mit dem Birthday gift begonnen. Das Top ist schon fertig 🙂

Wenn es darum geht meiner Mutter etwas zu stricken, entstehen immer sehr lustige Gespräche. Immer sehr herzlich, hat aber oft etwas sehr skurilles an sich. Die Szenen beim Maß nehmen hätte auch in einer Sitcom für Lacher gesorgt.

Aus dem Gedächnissprotokoll:

„Wie lange möchtest du das Top? Im Original ist es 56 cm lang“ Ich zeige meiner Mutter mit dem Maßband wo das Top enden wird. „Ich weiß nicht. Etwas länger wäre besser? Wenn ich eine schmale Hose dazu trage?“ Fragender Blick meiner Mutter „Das mußt du wissen. Wie lange ist den ein Top bei deinen Twinsets?“

Wir gehen ins Schlafzimmer, meine Mutter kramt etwas länger in ihren Kleiderkasten bis sie endlich ein lila Kaschmir Twinset heraus zieht. „Und das hat für dich eine optimale Länge?“ frage ich. Ich messe, es ist etwas länger als die Angabe in der Anleitung. „Das ist länger. Soll ich also das ganze länger machen?“ Meine Mutter schaut mich unschlüssig an „Ist es dann nicht zu lang?“ Ich bin zu diesen Zeitpunk schon ein klein wenig genervt. „Es ist dein Twinset, ich mache es so wie du es gerne magst. Also länger oder so wie im Heft?“ Wieder ein unschlüssiger Blick seitens meiner Mutter.

Zurück im Wohnzimmer ziehe ich das Heft hervor und blättere zu dem Bild des gewünschten Modells. „Schau, so schaut’s im Original aus. So kurz ist es gar nicht. Ich kann es aber auch länger machen“ Ich deute mit der Hand die Verlängerung des ganzen an. „Ja, aber ich will die Jacke schon länger als das Top“  Ein genervtes Händeringen von mir „Jaaaaa, dann wird die Jacke doch auch länger. Die Optik bleibt , wird nur insgesamt länger“ Ich schaue meine Mutter erwartungsvoll an  „Nein, mach’s so wie es da ist. So gefällt es mir am besten“ „Ok, dann so wie hier in der Anleitung“ Man möge sich meinen Gesichtsausdruck vorstellen….

Ok, warum frage ich meine Mutter eigentlich? Die gleiche Diskussion hatten wir auch bei der Farbauswahl.  Ich glaube, meine Mutter hat bei Stricken einfach keine imaginäre Vorstellungskraft. Wenn ich ihr einen fertigen Pulli hinhalte und sage „Probier mal, passt mir nicht o.ä.“  ist das nie ein Problem.  Und so wird es nie langweilig und ich verdrehe wieder mal genervt die Augen und muß dann doch anschließend lachen. Sie ist ja doch die beste, die Mama Zwitscherhexe 🙂 Ob ich mit meiner Tochter auch mal solche Diskussionen führen werde? Aber eigentlich führen wir die jetzt schon und man glaube ja nicht wie eine sechsjährige diskutieren kann, wenn es um neue Barbiepuppe & Co geht….Das Verhältniss Mutter-Tochter kann eine ganz spezielle sein 😉

Also, das Top ist fertig 🙂 Das Modell ist aus  Linea Pura No 5 und auch aus Lana Grossa Wolle gestrickt. Mir wäre das Garn zu dick, aber meiner Mutter gefällt es, dass es sehr weich und kuschelig ist. „Organico“ verstrickt sich nicht sehr optimal (es splisst fürchterlich), aber wird sehr gleichmäßig im Strickbild. Von der „Biolino“ (grünes Garn in der Mitte) bin ich allerdings überrascht. Dünner (5ply) und durch den Leinenanteil angenehm kühl. Daraus könnte ich mir auch was sommerlich leichte vorstellen. Ich verstehe ja immer noch nicht, warum Lana Grossa so dicke Sommergarne (10ply!!) herstellt. Völlig unsinnig. Die Anleitung ist sehr gut und ich mußte kaum was ändern. Nur beim Arm- und Halsausschnitt umhäkeln habe ich etwas herumgewerkelt. Zuerst Kettenmaschen, dann feste Maschen, dann Kettenmaschen und Krebsmaschen – gefiel mir alles nicht und es sind dann nur Krebsmaschen geworden.

Passt meiner Mutter wunderbar *freu* hat nur fünf Tage zum stricken gebraucht,  dafür 2 Tage zum trocknen (was in keiner Relation steht) und dieses nette kleine Etikett habe ich  zum ersten Mal eingenäht.

Jetzt muß noch die Jacke genadelt werden und es kann übergeben werden (und ich habe schon wieder zu wenig Wolle *stöhn*-was ist los bei mir??) Aber im Moment ist wieder ein Tuch auf den Nadeln 🙂

Modellinfos:

Patenttop aus „Linea Pura No.5“, 200g „Organico“ (100% Bio-Baumwolle 90m/50g) und 100g „Biolino“ (60% Bio-Baumwolle 40% Leinen 115m/50g), Größe 36/38 mit 4,5 mm Nadeln gestrickt

Gehabt euch wohl

Eure Bettina

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