Zwitscherhexe

Stricken, Kochen, Pferde. Mein Leben zwischen Stricknadeln, Kochtöpfe und Reitstall

Mein Selbstversuch

- 4. Mai 2014

Es ist 13.00 und ich starte mit meinen irrwitzigen Vorhaben.
Ziel: Bis 1.00 stricken!

Frisch und fröhlich beginne ich meine Nadeln zu schwingen. Es geht flott voran, die spannende Serie „Call the Midwife“ ist eine ideale Untermalung für meine glatt rechts Runden. Meine Gesellschaft wechselt von Zeit zu Zeit, mal Kinder, mal Katz, mal Hund und Katz. Ich lasse mich nicht stören.

15.30:
Ich werde vom kleinen Mann genötigt Brownies zu backen. Diese kleinen kuchensüchtigen Racker, dabei dürr wie Zahnstocher. Ist keine langwierige Prozedur, kann ich gut einbauen 😉
Bin bereits gut vorangekommen mit dem Ärmel.

17.30
Ich bekomme Kopfschmerzen. Das komplizierte Muster am Ärmel trägt auch nicht gerade zur Schmerzfreiheit bei. Ich sollte mich mal bewegen, Fenster aufmachen und Frischluft tanken. Aber ohne Schmerztablette ging’s dann doch nicht.

19.00
Ich nähere mich der Zielgeraden beim ersten Ärmel. Das wäre geschafft! Auf zum zweiten Ärmel. Ich fühle mich jetzt noch recht frisch und energiegeladen. Ob das wohl anhalten wird?

20.00
Ich brauche eine Pause! Ich hänge in Schieflage auf der Couch und gähne alle 2 Sekunden. Nur jetzt nicht hinlegen, sonst schlafe ich auf der Stelle ein.

21.30
Es geht weiter, Kinder sind im Bett und ich habe noch ein paar Stunden zum stricken. Ich suche verzweifelt einen guten Film im Fernsehen. Wozu haben wir Pay TV? Der große Mann hat sich zu mir gesellt. Brav, hat er mich doch tagsüber vertreten!

23.30
Ich bin am Musterteil des 2.Ärmels angekommen. Das Muster will ich jetzt nicht mehr beginnen. Zu kompliziert und ich bin müde.
Ich ziehe meinen Wolkenpulli heran. Das sind nur glatt rechts Runden.

0.00
Meine Strickgeschwindigkeit lässt nach. Meine Augenlider hängen bereits auf Halbmast und ich stricke mehr in Trance als wirklich zu wissen was ich da tue.
Mein Mann schnarcht, der hat’s gut! Seit wann schnarcht der? Ich fange an zu faseln. Ob ich noch lange durchhalte?

0.30
Es geht dem Ende zu, ich schaffe es kaum mehr Maschen zu formen. Meine Hände brennen, ich kann kaum noch die Augen offen halten. Lange wird’s nicht mehr dauern. Die Hunde müssen noch raus.

1.00
Ich falle ins Bett. Ich werde schlafen wie ein Toter! Und nie wieder so viel stricken!

Fazit:
12 Stunden, davon gute 9 Stunden gestrickt. Fast 2 Ärmel mit Sockenwollstärke und 3mm Nadeln geschafft. Ein bisschen den Wolkenpulli verlängert (aber nicht der Rede wert)
Ich merke erst wie viel Zeit wirklich in einen Strickstück liegt. Da ich sonst nicht auf die Uhr sehe, ist mir das nie wirklich so aufgefallen. Das anstrengendste daran war das „Ich muß jetzt stricken“ Stricken ist eine mentale Angelegenheit, das wird einem da so erst richtig klar.
Aber mal ganz witzig, so etwas zu machen.

image

Mir reichen meine 2-4 Stunden Strickzeit am Tag. Ich hab’s ja nicht im Akkord. Aber trotzdem oder gerade deswegen mein voller Respekt an Tina!

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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3 responses to “Mein Selbstversuch

  1. Anneli sagt:

    Hallo Bettina,

    das war ein herrlicher Post. Ich musste so lachen und konnte mir die Situation bildhaft vorstellen. Ich ziehe den Hut vor Dir und Tina und weiß jetzt, was ich garantiert NICHT machen werde! Iß einen Brownie, entspannt Dich und genieße Dein Restwochenende.

    Liebe Grüße,
    Anneli

  2. Crafting Mom sagt:

    Sitze hier grad mit Tränen in den Augen vor Lachen, aber Respekt – du hast durchgehalten! 😉
    Mein letzter Strickmarathon liegt gute 20 Jahre zurück, damals hab ich. In einer Nacht einen Pullunder für meinen Bruder gestrickt. Der wollte ihn unbedingt am nächsten Tag anziehen… Nach dieser Nacht war ich mehr als erledigt 😉
    Heute könnt ich das sicher nicht mehr…
    Also, wie gesagt, ich bewundere deine Ausdauer!
    Glg und ein erholsames Restwochenende!

  3. Tina Hees sagt:

    Klasse geschrieben und tapfer durchgehalten!

    Wenn ich so müde bin, stricke ich aber nicht mehr weiter, dann macht es ja keinen Spar mehr. Stattdessen lege ich mich 3 Stunden hin, stehe um Mitternacht wieder auf und kann dann aber auch bis 4 Uhr morgens stricken. Wie gut, daß ich Single bin und sich keiner über so einen seltsamen Lebensrhythmus beschweren kann 😉

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