Zwitscherhexe

Stricken, Kochen, Pferde. Mein Leben zwischen Stricknadeln, Kochtöpfe und Reitstall

Stricktipp der Woche: Tücher richtig spannen

- 9. August 2014

So nun der versprochene Tutorial zum Spannen von Lacetüchern. Als ich vor zwei Jahren begonnen habe Tücher zu stricken, fand ich kaum nützliche Tips zu diesen wichtigen Teil des Tücher strickens. Ich denke, vielen von euch wird es ähnlich gehen. So möchte ich meine Erfahrungen mit euch teilen und versuchen das wichtigste zusammen zu fassen.

Die letze Masche ist abgekettet und man hält voller Stolz sein Spitzentuch hoch, um es stolz zu bewundern. Nur es sieht noch nicht so aus, wie es eigentlich sollte.

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Eher verkrumpelt und das Muster ist kaum zu sehen. Da kann Abhilfe geschaffen werden 😀

Was brauche ich?

– Spannunterlage
– Stecknadeln
– Spanndrähte
– T-Pins

Als Unterlage eignen sich sehr gut Puzzelmatten. Die sind nicht teuer und lassen sich auch gut verstauen. Außerdem kann die Form verändert und dem Tuch angepasst werden. Alternativ kann auch ein Bett oder eine Matratzauflage als Unterlage dienen. Ist aber auf Dauer nicht sehr praktisch und wer gern Tücher strickt, sollte in eine gute Unterlage investieren.
Stecknadeln sind das wichtigste Zubehör, alternativ auch Spanndrähte und T-Pins. Besonders empfehlenswert bei geraden Kanten. Diese Anschaffung ist jetzt nicht unbedingt notwendig, aber kann doch ganz praktisch sein.
Bekommt man hier bei Country Creative oder einfach feste Drähte aus dem Baumarkt verwenden.

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Wie beginnt man?

Zuerst mal Fäden vernähen und nicht abschneiden. So sitzen die vernähten Fäden auch nach dem spannen fest und sicher. Danach können sie gekürzt werden. Sonst besteht die Gefahr des heraus rutschens.
Ich weiche die Tücher immer in handwarmen Wasser ein und drücke das überschüssige Wasser mittels eines Handtuches heraus. Am besten einrollen.

Dann kann es ans eingemachte gehen. Tuch erst mal hinlegen, die Form ist ja schon vorgegeben.

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Ich habe festgestellt, dass es am besten ist, wenn die Oberkante zuerst festgesteckt wird.

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Dann die Spitzen erstmal locker feststecken. Das Muster gibt vor wo die Stecknadeln plaziert werden. Hier sind es fünf Bögen die ausgespannt werden müssen. Oft sind es nur einzelnen Spitzen oder viele kleine Bögen.

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Dann geht’s erst richtig los! Es heißt jetzt nachspannen. Immer an den Spitzen nachspannen, die Oberkante bleibt unberührt. Solange bis das Muster richtig aufmacht. Ich spanne immer sehr aggressiv, bis sich das Tuch leicht vom Boden hebt. Das bringt die Schönheit erst richtig hervor und es hält auch später besser die Form. Manchmal muß ich die Unterlage fixieren, weil sich die Matten vom Untergrund heben! Ich lege dann Bücher auf die Ecken :mrgreen:
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Das kann schon eine Stunde dauern, also Zeit einplanen 😉
Es ist viel Arbeit, aber es lohnt sich um auch richtig Freude an seinen Tuch zu haben 🙂

Und dann ist, wie von Zauberhand, aus diesen Krumpellappen eine zartes und feines Tuch entstanden!

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Wie verwende ich Spanndrähte?

Die Drähte in den Kanten einfädeln und mittels der T-Pins fixieren. Die Spitzen können auch so gespannt werden. Einfach jede Spitze des Musters einfädeln und wieder fixieren. Ich mag das nicht so gerne, da ich mittels Stecknadeln bessere Ergebnisse erzielen kann. Wie schon gesagt, verwende ich die Drähte nur für gerade Kante, wie bei Dreieckstücher. Aber da hat jeder seine Vorlieben 🙂

Wer nicht genug Platz hat, die Matten aufzulegen, wird vielleicht mit einen Spannrahmen glücklicher. Der kann an die Wand angelehnt werden. Ich habe damit keinerlei Erfahrung und nützliche Informationen finden sich kaum. Auch eine Bastelanleitung habe ich bis jetzt vergeblich gesucht.Vielleicht weiß einer meiner Leser mehr?

Ich habe alles im Keller in der Gerümpelkammer Hobbyraum liegen, daher auch die etwas dunklen Fotos 😉 Da trampelt mir wenigstens keiner über die Tücher!

Sonderformen wie Stolen oder runde Tücher sind etwas anders zu spannen, aber davon ein anderes Mal 🙂

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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4 responses to “Stricktipp der Woche: Tücher richtig spannen

  1. Andrea sagt:

    Tolles Tutorial! Ich nehme auch keine Spanndrähte zum Spannen, ich finde gerade die Spitzen sollten schön glatt aufliegen und nicht diesen „Dreher“, wie er unausweichlich durch Spanndrähte entsteht, haben. Als Unterlage benutze ich Styrodurplatten, die ich dann prima auf meinem ausgezogenen Esstisch auslegen kann. Durch ihre Größe entwickeln sie auch kein „Eigenleben“ wenn ich mal feste ziehen muss. An Spanntagen gibts übrigens nur Fingerfood. Oder vorm Fernseher auf der Couch. Aber gespannt wird ja eher selten 😉

  2. mimyknits sagt:

    Also ich bin tatsächlich ein Fan von „Spanndräthen“, allerdings habe ich mir damals bei e*bay Carbonstäbe aus dem Modellbau besorgt, die sind optimal flexibel und machen jede Kante mit, egal ob gerade oder rund, und sind dazu einzeln zu erwerben und somit deutlich günstiger als ein großes Set (wozu braucht man 12 Stück gleichzeitig?), vllt eine Alternative , denn wenn man es nur mal ausprobieren möchte oder nur hin und wieder mal ein zu spannendes Tuch hat, sind gut 25 Euro schon eine happige Investition.
    LG mimy

  3. Anneli sagt:

    Liebe Bettina,
    ich bin zwar keine großartige Tuchstrickerin, aber Dein Beitrag ist sehr lesenswert und interessant. Ich werde mich an ihn erinnern, wenn ich mal wieder ein Tuch stricken sollte. Bislang haben Stecknadeln bei mir ihren Zweck erfüllt, aber dass man das Tuch vorher in handwarmen Wasser einweicht, wusste ich auch noch nicht. Bislang habe ich ein gut ausgewrungenes Handtuch über die Arbeit gelegt.
    Liebe Grüße,
    Anneli

  4. Su sagt:

    Ganz ganz toll erklärt – vielen lieben Dank dafür.

    Ich werd mir also demnächst eine vernünftige Unterlage für’s Spannen zulegen. Die Spanndrähte und auch Nadeln habe ich schon 🙂

    Liebe Grüsse
    von der Su

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