Zwitscherhexe

Stricken, Kochen, Pferde. Mein Leben zwischen Stricknadeln, Kochtöpfe und Reitstall

Keine Angst vor Fair Isle

- 5. November 2014

Mir ist in der letzten Zeit sehr oft aufgefallen, dass viele Strickerinnen einen großen Respekt vor mehrfarbigen Einstrickmustern haben. Das traue ich mir einfach nicht zu! Wie geht das überhaupt? Zu kompliziert, zu langwierig! So scheinen viele zu denken.

Hmmmm, diese Gedanken hatte ich eigentlich nie. Warum, kann ich nicht beantworten. Ich kann aber nachvollziehen, dass so mancher einen gehörigen Respekt vor dieser Technik hat. Muß aber nicht sein, Norwegermuster ist ganz einfach. Versteckt sich nur hinter einer „Huch, ich bin kompliziert“ -Maske.

Ja, zu meinen Strickanfangszeiten schimpfte sich das noch Norweger- oder Jaquardmuster. Ziemlich unbeeindruckt habe ich mir damals zwei Farben genommen und einfach einen Pullover mit Norwegersternen gestrickt.

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Dieser Pulli ist um die 20 Jahre alt. War es schwer? Nein. Und komplett in „Faden-Schmeiß-Technik“ gestrickt. Will heißen, dass ich immer nur einen Faden um den Finger gewickelt habe. Beim Farbwechsel Faden weg schmeißen und den anderen um den Finger wickeln. Also wurden abwechselnd die einzelnen Farben geschmissen 😆 Der Gedanke „Das ist sicher schwer und kann ich garantiert nicht“ kam mir einfach nicht. Ist auch nicht notwendig, sich solchen trüben Gedanken hinzugeben.

Was ich damit sagen will: Mädls, wer rechte und linke Maschen stricken kann, der kann auch vielfarbig stricken.
Am Anfang wird es vielleicht etwas holprig aussehen, oder die Maschen werden sich zusammen ziehen. Aber alles nur reine Übungssache.

Ich finde übrigens die Fadenschmeiß-Technik nicht die schlechteste für den Anfang. Man hat Zeit seine Fäden zu ordnen, das Gestrick etwas auseinander zu ziehen und die Fadenspannung gleichmäßig zu halten.

In Runden zu beginnen, ist sicher von Vorteil. Da es nur rechte Maschen gibt und das Muster so auch besser erfasst werden kann. Wie wärs mit einem Pulli in Runden geschmückt mit einer einfachen Jaquard-Bordüre. Anfangs würde ich graphische Muster wie Dreiecke bevorzugen, da diese sehr logisch aufgebaut sind. Je runder die Muster sind, wie Ranken, desto schwieriger wird es.

Ist der Anfang erst geschafft und man vertrauter mit der Technik ist, kann auch an unterschiedlichen Faden-Halte-Techniken gearbeitet werden. Ich stricke immer mit zwei Fäden parallel über dem Zeigefinger gewickelt. Geht auch mit drei Fäden, wenn ich die Anfangs- und Endfäden verwebe. Alles nur reine Übungssache, glaubt mir!
Und Steeks sind problemloser zu machen, als es sich in unseren Gehirn abspielt.

Zu eigentlichen Technik möchte ich nicht weiter eingehen, da es zahlreiche gute Videos zu diesen Thema gibt.
Ich möchte aber trotzdem einige Tips in der nächsten Zeit für euch bereithalten. Ich stricke gerade an einer Jacke mit Fair-Isle Rundpasse (ist mir irgendwie so dazwischen gerutscht…wie konnte das nur passieren? örks) wo ich einen Steek einbauen werde.

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Im Zuge der Rundpasse kann ich euch sicher einiges zu Steek & Co zeigen. Vielleicht hilft es den ein oder anderen 🙂
Gestrickt wird Dilys aus der Rowan Tweed Collection mit Louisa Harding Willow Tweed (nicht mehr zu finden, die Restbestände habe ich alle aufgekauft…auslaufende und tolle Qualität…ihr wisst schon….)

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Also ihr Lieben, sucht euch zwei Farben, eine einfaches Muster, ein paar gute You Tube Videos und macht einfach!

Viel Spaß
Eure Bettina

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9 responses to “Keine Angst vor Fair Isle

  1. Anneli sagt:

    Liebe Bettina,
    tolle Farben hast Du Dir für die Jacke ausgesucht. Du kannst Dich darauf verlassen, dass ich Deine Posts zu Steek und co. bestimmt sehr aufmerksam verfolgen werden, denn ich bin ein ausgesprochener Angsthase,wenn es um Jacquard geht. Ich habe es neulich mit der „Schmeiß-den-Faden-Technik“ versucht und es war sogar ganz gut. Gleichmäßige Spannfäden, sogar bei links gestrickter Rückreihe, aber eine Frage tauchte dann doch auf. Stricke ich die Randmaschen mit beiden Farben? In jeder Reihe? Ich habe in meinen Büchern diverse Bilder zur Fadenhaltung gefunden, aber nichts zum Randmaschenthema. Wäre toll, wenn Du mir hier weiterhelfen würdest.
    Liebe Grüße,
    Anneli

    • Liebe Anneli,
      gar nicht sooooo schlimm, gell? Du mußt ja nicht gleich ein ganzes Oberteil mit Jaquardmuster stricken;)
      Und ja, immer die Randmaschen mit beiden Fäden stricken.

      Die Passe von der Jacke wird eh lustig, eine Reihe mit vier Farben und etliche mit drei! Ich werde viel Spaß haben hihi aber bis dahin müßen noch Vorderteile und Ärmel gestrickt werden.
      LG Bettina

  2. Regina Holtzum sagt:

    Hallo Bettina,
    das wird ja wieder ein feines Teilchen!!! Und du hast recht,wenn man erst mal rangeht ist vieles gar nicht so schwer. Ähnlich wie beim Backen, da haben auch viele Angst mit Hefe zu backen :))
    Völlig unnötig! Allerdings muss ich sagen,mit Steeks habe ich auch noch nie was gemacht. Aber abhalten lassen würde ich mich auch nicht. Sollte ich mal was anschlagen und nicht weiterkommen,dann weiß ich ja jetzt bei wem ich gucken muß :))
    Liebe Grüße vom Niederrhein
    Regina

  3. Alice sagt:

    Mhm! Eigentlich hast du vollkommen recht…. ran an den Speck. Im Grunde kann nichts schief gehen. Ok. Das wir mein Projekt fürs Wochenende. 🙂 Vielen Dank fürs Mut machen. 🙂
    Liebe Grüße,
    Alice ♡

  4. Alice sagt:

    Ps.: Die Antwort auf die Frage von Anneli würde mich auch interessieren. 🙂

  5. fitzliesl sagt:

    Ja, ja, die „schmeiß den Faden Technik“. Als och damit angefanegen hab, hab ich mich eigenlich nur immer wieder geärgert und gestreßt. Meine Farben haben sich verdreht und irgendwie hatte ich immer Fitz. Dann hab ich ne Zeitlang mir Douple face gearbeitet und dabei gelernt wie man zwei farben locker um den Finger wickeln kann. Seit dem mach ich das auch beim farben stricken so. Nur das rippeln macht mir noch immer keinen Spaß.

    Es ist aber mal wieder an der zeit ein mehrfarbiges Projekt zu starten. NUr leider wird mir ab Freitag wieder mehr die Zeit fehlen. Der Arbeitsalltag ruft nach einer längerne Pause mal wieder.

    LG Fitzliesl

  6. fritzicreativ sagt:

    Liebe Bettina,

    kein Wunder, dass das mit dem CCKAL dann nichts mehr wurde *grins*

    Hat sich aber gelohnt, dass sich das Jäckchen dazwischen geschummelt hat! Es wird sicher toll, die Wolle gefällt mir auch sehr gut.

    Ist auch mein Motto: einfach ausprobieren! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt 😉 Bei Steeks aufschneiden hätte ich dann allerdings auch die Buxe voll 😉

    Der Hinweis mit den Randmaschen ist schon mal sehr gut. Ich stricke ja auch gerade den Norweger und bei den Ärmeln habe ich auch Hin- und Rückreihen. Damit vermeide ich dann die beim Probeläppchen entstandenen Löcher! Vielen Dank für den Hinweis!

    Herzliche Grüße Bine

  7. Ingrid sagt:

    In meiner Jugendzeit habe ich viele dieser damals Jacquardmuster genannten mehrfarbigen Muster gestrickt. Manchmal habe ich sie auch auf kariertem Papier selber entworfen. Ich finde es nicht schwierig, da habe ich mehr Respekt vor Lochmustern oder Zöpfen.
    LG
    Ingrid

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