Zwitscherhexe

Stricken, Kochen, Pferde. Mein Leben zwischen Stricknadeln, Kochtöpfe und Reitstall

Die verstrickte Dienstagsfrage

- 16. Juni 2015

Wer hat es nicht schon einmal erlebt: Brav eine Maschenprobe gestrickt und das fertige Strickstück passte später doch nicht 😦
Welche Tipps habt ihr für eine exakte Maschenprobe?

Und an alle, die auf einem großen Stück grundsätzlich lockerer oder fester stricken als bei ihrer Maschenprobe: Wie handhabt ihr diese Abweichungen; was macht ihr, damit es zum Schluß trotzdem passt?

Jaja, das soll schon mal vorkommen! :mrgreen: Ist natürlich ärgerlich, wenn der Pullover nach dem Waschen um 20cm breiter wird. Habe ich letztens gelesen, da ist das so passiert.

In meinen früheren Strickzeiten ist die Maschenprobe wesentlich fester geworden. Doch eher ein fester Stricker, bin ich hier regelrecht zum Brettstricker mutiert. Ist natürlich kontraproduktiv.
Mit etwas Übung gelingt auch die Maschenprobe in der Festigkeit, die ich ansonsten auch habe. Einfach nur entspannt sein, in seinen üblichen Rythmus mit gewohnter Fadenspannung stricken.
Wichtig finde ich auch, das die Maschenprobe gewaschen wird. Und dann die Probe genauso behandeln, wie auch das fertige Teil behandelt wird.
Wenn ich den fertigen Pulli oder die Jacke wasche, dann wird sie kräftig geschleudert, in einem Knäuel zur Spannmatte getragen und dann vorsichtig aufgelegt, glattgestrichen und auf  Maß gespannt. Die Maschenprobe behandle ich ähnlich. Nur auflegen und feststecken, nicht auseinander ziehen. Mache ich ja beim fertigen Teil auch nicht.

Vorher natürlich Maschenanzahl und Reihen sorgfältig auszählen und danach ebenfalls. Falls Abweichungen da sind, immer mit einrechnen.
Besonders Seide oder Wolle mit Seide wird mit großer Wahrscheinlichkeit 10-20% länger. Das ersehe ich aus der Mascheprobe und berechne dann, um wie viel das Strickstück länger oder breiter wird.
Diese Vorgangsweise ist gut, aber jetzt nicht unbedingt ein absoluter Garant für ein gelungenes Oberteil oder Rock. Deswegen messe ich immer in bestimmten Abständen nach oder probiere an.
Manche waschen auch dazwischen das Strickstück, um zu sehen wie sich die Maschen im großen Format verhalten.

Aber mit einer ausreichend großen und gewaschene Maschenprobe dürfte nicht allzuviel schief gehen. (Daumendrück!)
Zum passgenauen stricken gehört auch viel Erfahrung,  vieles erschließt sich einem erst nach jeder Menge „try and error“ ist-mir-jetzt-total-mißlungen. Und auch heute gelingt bei mir nicht immer alles, so wie ich es mir auch vorstelle.
Stricken hat doch schon was sehr organisches an sich. Je nach Müdigkeit oder Laune, kann sich die Strickfestigkeit verändern. Materialen verhalten sich unterschiedlich und nicht immer ist es für das jeweilige Modell auch geeignet.

Dann gibt es eben Ribbelorgien mit dem Hintergedanken, es nächstes Mal besser zu machen oder das eigentlich firgurbetonte Seidenjäckchen ist jetzt ein bequemes Oversize-Teil. Ich trag’s aber echt gerne!! ( und mit dem Wissen, dass Seide viel fester verstrickt werden muß, nicht für figurbetontes geeignet ist und ich immer mehr Weite und Länge einplanen werde…und eine ausreichend große und gewaschene Maschenprobe gemacht werden muß haha)

An alle, die noch mit Maschenproben und Passgenauigkeit kämpfen, Kopf hoch, keine Meister ist von Himmel gefallen, immer informationsreiche Blogs lesen, You Tube- Videos gucken und sich nicht scheuen, in den Ravlery-Gruppen auch „doofe“ Fragen zu stellen oder einfach „HILFE“ zu schreien.  Und ganz wichtig! Einfach ausprobieren, auch wenn man mal etwas mehr ribbeln muß 😀

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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2 responses to “Die verstrickte Dienstagsfrage

  1. Anneli sagt:

    Schöner, lehrreicher Beitrag, liebe Bettina,
    ich mache es wie Du. Auch wenn eine Maschenprobe gemacht wurde, finde ich es wichtig, während des Strickens immer wieder zu messen, ob noch alles stimmig ist. Und weil ich das gemacht habe, musste ich bei meiner Vintagejacke das halbe Rückenteil wieder aufribbeln 😦 …. war nämlich zu weit. Ich bin ja nur froh, dass Dir auch nicht alles auf Anhieb gelingt.
    Liebe Grüße,
    Anneli

  2. B. Cottin sagt:

    Während des Strickens immer mal wieder eine Prüfmessung einzulegen, finde ich auch nützlich. Ich habe Maschenprobenprobleme mit Garnen, bei denen das Maschenbild undeutlich ist (Mohair – Bouclé – usw.). Maschenzählen geht zur Not noch, aber Reihenzählen! Nach 40 Jahren Stricken habe ich endlich die Methode gefunden: Maschenprobe flach legen, das Lineal flach darauf, und mit Stecknadeln die „Grenzen“ der jeweils 10 cm abstecken, in Höhe und Breite. Dann Lineal wegnehmen und die Maschenprobe an die Fensterscheibe halten (ein Leuchtkasten müsste es auch tun, habe ich aber nicht). Dann so weit dehnen, bis man die Maschen und Reihen SIEHT und INNERHALB der Stecknadel-Zone auszählen. Dies muss noch 2 x wiederholt werden, denn an einer MP soll man ja mehrere Messungen an verschiedenen Stellen vornehmen.

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