Zwitscherhexe

Stricken, Kochen, Pferde. Mein Leben zwischen Stricknadeln, Kochtöpfe und Reitstall

Alt aber gut

- 7. Februar 2016

Beim Aufräumen und Ausmisten sind mir doch glatt ein paar Uralt-Sweater in die Hände gefallen, bestimmt schon um die 20-25 Jahre alt. Da ich Selbstgestricktes ja nicht weggeben kann und ich mich immer freue, wenn ich meine Werke wieder mal aus dem Kasten ziehe, ist das jetzt eine schöne Gelegenheit eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit zu unternehmen.

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Ein Eigendesign aus Alpaka, wo sich kein einziges Muster wiederholt. Was hat mich da geritten? Ich hatte in jungen Jahren offenbar mehr Muße, solche Sachen zu nadeln. Man beachte auch diesen komischen Schnitt! Die Schultern sind viel zu breit und die Armlöcher zu groß. Entweder man trug das damals so oder ich hatte keinen blassen Schimmer von optimalen Passformen. Ich vermute letzteres 😀

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Sehr weit geschnitten war ja in dieser Zeit so ziemlich alles, was ja heute wieder Mode geworden ist.
Ich hab die Weste aber immer gerne getragen….jetzt komm ich mir etwas seltsam damit vor, dabei ist das Material so herrlich!

Apropos viel Muße in jungen Jahren….

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Da strickt man sich doch tatsächlich einen Toulouse Lautrec auf den Pulli! (Da ist mir wohl tatsächlich ein kleiner Strick-Teufel auf den Schultern gesessen) Und schon wieder ein total komischer Schnitt, aber das Intarsienmuster ist doch der Hammer, oder?

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Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich für den Pullover Tage nur am Boden sitzend verbracht habe, sämtliche Knäuel um mich herum ausgebreitet.
Bin mir nicht sicher, ob ich das heute auch noch veranstalten würde 🙄 Bin mit den Jahren auch etwas bequem geworden. :mrgreen:

Verrückt waren wir damals, ich und meine Freundin, beide komplett Nadelabhängig. Das ging so weit, dass wir einen Pulli aus einen Film unbedingt nachstricken wollten. Und das war nicht mal ein richtiger Pullover, sondern das Gewand von Henry V aus dem gleichnamigen Film mit Kenneth Branagh.

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Wir waren so verrückt nach Shakespeare und seinen zeitlosen Dramen, dass wir vier mal (!) immer samstags ins Kino gepilgert sind, um uns die Geschichte um den edlen König und der Schlacht bei Azincourt reinzuziehen. (Und um Kenneth Branagh zu bewundern…..) Irgendwann war die Idee, solch ein Hemd mit Lilien und Löwen auch zu besitzen, geboren.  Mit 19 Jahren ist man…..naja, eben 19…..

Entworfen haben wir ihn gemeinsam, die Ausgabe für die Wolle geteilt und meine Freundin hat ihn dann gestrickt, allerdings nur mit den Lilien und ohne diese Zacken. Rote und Blaue Baumwolle, das Gold war ein richtig schönes Bändchengarn. Getragen haben wir ihn beide, halt abwechselnd 😀 Leider ist er nicht mehr in meinen Besitz, vielleicht hat ihn die Freundin noch. Keine Ahnung. Wir sind leider nicht mehr in Kontakt.
Erinnert habe ich mich an den Pullover und seiner lustigen Hintergrundgeschichte, als ich mir  wiedermal  den Film angesehen habe (ich liebe den immer noch, aber bitte nur im englischen Originalton!)

So eine Zeitreise ist was Nettes, zaubert mir ein Lächeln aufs Gesicht und ich schüttle gerade den Kopf. Du meine Güte, was Stricken alles auslösen kann!
Habt ihr auch solche lustigen Geschichte rund ums stricken zu erzählen? Bin ich ja gespannt! :mrgreen:

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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3 responses to “Alt aber gut

  1. tyche sagt:

    Liebe Zwitscherhexe,

    auch ich habe in den 80ern so aufwendige Kleidungsstücke aus edlen Materialien gestrickt.
    Für meinen Mann einen Intarsien-Pullover mit 12 Farben, ein Modell einem damals sehr erfolgreichen japanischen Modemacher. Ich strickte auch meistens auf dem Boden sitzend, um die vielen Knäuel in Schach zu halten. Die Strickvorlage konnte man nur zusammen mit der Wolle erwerben, und als ich im Sommer in dem betreffenden Geschäft aufkreuzte und erklärte, ich wolle das gleiche Modell noch einmal aus Baumwollgarn stricken, war die Verkäuferin sprachlos!
    Sie sagte, keine Kundin hätte je die Ausdauer gehabt, das Modell zweimal zu stricken.
    Das Pulli aus Wolle hat mein Mann noch im Schrank, ich habe inzwischen die Körperteile nach unten verlängert, denn damals trug man die Oberteile ja sehr kurz. Originalmaterial war auch noch vorrätig. Das Modell aus Baumwolle habe ich wieder aufgetrennt (das geht auch bei Intarsienstrickerei!) und neu mit weißem Baumwollgarn kombiniert zu einem Sommerpulli für mich verarbeitet, in Patchwork-Technik.
    Dein Alpaka-Teil finde ich sehr schön, die Armauschnitte sind allerdings wirklich viel zu groß.
    Also – vielleicht auch auftrennen und dem edlen Material eine neue Chance geben?
    Ich bin gespannt auf Deine Entscheidung.
    Liebe Grüße
    Tyche

  2. tyche sagt:

    Nachtrag: Natürlich soll es heißen „ein Modell von einem … Modemacher “ und „der Pulli“.
    Meine Tastatur muß durchgepustet und gereinigt werden.
    Tyche

  3. Anneli sagt:

    Liebe Bettina,
    Pullover und Weste mögen alt sein, aber WAS FÜR EINE ARBEIT! Der Pullover mit dem Motiv von Toulouse Lautrec ist ja der Hammer. Schade, dass es das Werk „Löwen und Lilien“ nicht mehr gibt. Ich kann vielleicht keine so lustige Geschichte erzählen, aber wenn Du bei mir unter „Oldies“ schaust, findest zu richtig lustige Bilder 🙂
    Liebe Grüße und Dir auch noch einen schönen Sonntag!
    Anneli

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