Zwitscherhexe

Stricken, Kochen, Pferde. Mein Leben zwischen Stricknadeln, Kochtöpfe und Reitstall

Kreuz und Quer

Kunterbunt geht es zu im heimischen Strickkorb. Mal wird hier gestrickt, dann wieder dort, wie es mich gerade freut.

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Die Jacke aus der Mottenkiste liegt schon in der Zielgeraden.

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Nur noch ein paar Reihen Passenmuster, dann die Blenden flott angestrickt und fertig ist ein gemütliches Herbstjackerl.

Das Muster ist einfach zu merken, zum Glück, den in den meisten Reihen wird mit drei Farben gestrickt und das ist mühsam und verlangsamt den Fortschritt um einiges.

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Neu angeschlagen eine dicke Jacke im Chanelstil. Diese Wolle habe ich tief aus meinen Vorrat ausgegraben. Gedifra gibt es schon lange nicht mehr, die Modelle in den Heften können sich aber durchaus noch sehen lassen. So steht diese zeitlose Jacke nach wie vor auf meiner Wunschliste. Das Garn müßte schon über 10 Jahre in meinen Stash schlummern (räusper….) Das Gestrick wellt sich etwas sehr am Rand, liegt am Hebemaschenmuster, da muß ich wohl etwas tricksen bei der schmalen Blende, aber wird schon werden….

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Sehr ungewohnt sind die Kochlöffeln in Stärke 8. Man sieht zwar schnell Ergebnisse, die dicken Nadeln gehen mir allerdings sehr auf die Hände. Meine Sehnenscheiden melden sich dann gehörig und unmissverständlich zu Wort. Daher hier mit Bedacht stricken!

Ganz neu im Stash ist die Camellana von Ruppert Garne. Reine Camel-Wolle in Creme, Caramel und Kirschrot. Extra bestellt für den Mystery-KAL von Hinterm Stein. Habe ich liebenswürdigerweise von ihr geschenkt bekommen und ich fand nix im Wolllager….naja, ich wollte wahrscheinlich gar nichts finden und mir einfach neue Wolle gönnen. Mir war so danach und die Camellana wollte ich schon längst ausprobieren.

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Hier schon mal der Anfang des Tuches, im ersten Clue wird noch wie für ein Dreieckstuch gestrickt und dann kommen Richtungswechsel um daraus einen breiten Schal zu zaubern. Bin ich ja schon gespannt!

Das wär’s mit der derzeitigen Bestandsaufnahme, das restlose Vernichten von Strickleichen steht immer noch am Programm. Wenn Mottenkiste-Jacke fertig ist, dann muß ein Tuch mit Norwegersternen daran glauben….das soll jetzt auch endlich mal fertig werden. :mrgreen:

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Momentaufnahme

Sonntags im Hause Zwitscherhexe, träge legt sich die Hitze über die Terrasse. Mensch und Tier verharren still, nur ab und zu hört man das klare Klirren des Wassers der zahlreichen Pools in den Gärten. Der Duft von Holzkohle steigt in die Nase, schläfrig gähnt der ein oder andere. Hundstage wird dieser Zustand im östlichen Niederösterreich und Wien genannt. Über 30 Grad, dann wenn der Asphalt zu flimmern beginnt.

Zum stricken viel zu hoch die Temperaturen, besser wäre das klimatisierte Wohnzimmer. Aber es sind die letzen Tage im August, irgendwie mag ich diese eigenartige Ruhe wenn die Hitze den Menschen die letze Energie raubt. Alles steht still…
Am Tisch liegt ein kunterbuntes Sammelsurium an Büchern, Geschirr, Getränken und natürlich Wolle. Mittendrin die Katze mit der Sondergenehmigung, meinen tierischen Liebling, die so manches darf, was anderen verwehrt.

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Ich starre in den Garten, bemerke einen vergessenen Ball im Beet und die hängenden Köpfe der Blumen, deren Töpfe schon längst gegossen gehören. Ein Kinderlachen unterbricht die Stille, ich nehme die Stricknadeln in die Hand. Die Blumen können noch warten, ich lasse diesen Sonntag ausklingen, mit Ruhe und einen kleinen Lächeln. Bald werden in den Morgenstunden die ersten Nebelschwaden über das Land wabern und sich die Blätter in alle möglichen Rot- und Gelbtöne verwandeln. Ich höre schon das Rascheln des trockenen Laubs unter meinen Füssen und habe diesen Geruch von Feuchte und Abschied in der Nase. Dann wenn man sich die dicke Strickjacke fest um den Leib wickelt.

Eine leichte Brise streicht durch mein Haar und die Nadeln erzeugen stet eine Masche um die andere….

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

Ich möchte euch danken für die zahlreichen Beileidsbekundungen, lieben Worte des Trostes, Gebeten und Kerzen die angezündet worden sind.
Am Freitag haben wir den letzen und schweren Gang, wo wir im engsten Kreis die Urne zu Grabe tragen werden.

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In tiefer Trauer

Ich möchte hier eine virtuelle Kerze für meinen 21jährigen Neffen anzünden, der sich gestern das Leben genommen hat.

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Tief geschockt und in unendlicher Trauer, schreibe ich mir hier ein bisschen was von der Seele. Oft besser, als unendliche Gespräche zu führen.

Das Warum wird wohl immer eine unbeantwortete Frage bleiben, das Gefühl zuwenig getan, zuwenig zugehört zu haben, wird immer bleiben.
Er war ein stiller, liebenswerter und ungemein gescheiter junger Mann, der im Inneren einen aussichtslosen Kampf führte. Wir wußten um seine seelischen Probleme, er wurde betreut, es schien im ganz gut zu gehen. Alle dachten, es wäre nur eine leichte Depression, aber die Dämonen in ihm waren wohl größer und stärker als er.

Es ist ein Schock, erst ein Jahr nach dem Tode unserer Mutter, seiner Oma, bei der er jetzt hoffentlich auch ist. Meine Schwester war im Urlaub, gefunden hat ihn der ältere Bruder. Näher will ich jetzt darauf nicht eingehen, es werden wohl alle psychologische Betreuung brauchen.
Im Moment liegt er hirntod im Krankenhaus, er ist Organspender, wenigstens ein kleiner, winzig kleiner Trost, dass in allen Unglück anderen Menschen geholfen werden kann.
Jetzt gleitet er langsam hinüber, um dort, wo auch immer, seinen Frieden zu finden.

Meine Gedanken, meine Gebete gelten meiner Schwester und dem Schwager, seinen zwei verbliebenen Brüdern. Sie brauchen jetzt jede Hilfe und Unterstützung.
Der Bub war der jüngste, das Nesthäckchen und wir werden dich vermissen, dein schüchternes Lächeln, deine immer auf den Punkt gebrachten Sprüche, die uns immer zum lachen gebracht haben. Wenig hast du gesprochen, aber wenn, dann war es immer das richtige. So jung, was hättest du noch alles erlebt? Deine erste Liebe durftest du noch erleben, aber so viel wird dir für immer verwehrt bleiben. Aber du hast diesen Weg gewählt und niemand wird je einen Vorwurf aussprechen und wir werden uns auch keine machen….

Eine schlimme Zeit bricht an, erst jetzt habe wir den Tod der Mama und Oma so langsam etwas verkraftet und jetzt kommt noch ein weiterer  Gang zum Friedhof dazu.

Wie ihr ja wißt, haben wir einen engen Familienzusammenhalt und so sind meine Neffen und die Nichte auch ein bisschen meine Kinder. Meine liebe Schwester trifft es am härtesten, nichts ist schlimmer als sein Kind zu verlieren. Aber sie wird aufgefangen, so gut es geht.

Ich möchte euch bitten, vielleicht eine Kerze anzuzünden oder ein Gebet zu sprechen. Damit er einen guten Geleit in die anderer Welt hat.
Danke
Bettina und Familie

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Aus der Mottenkiste

Hoffentlich ohne Mottenlöcher…..
Sie müssen weg, die WIPs und UFOs, die verschollenen Teile und Strickkistenblockierer (bevor noch wirklich die Motten zuschlagen und sich satt fressen)

Den Anfang machte ja schon der Chic-Brit-Pulli und jetzt muß eine Jacke, die vor gut zwei Jahren angeschlagen wurde, daran glauben.
Es ist die Jacke Dilys aus der Rowan Tweed Collection.

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Ein Rückenteil, ein Vorderteil und ein halber schlummerten seelig seit Monaten in ihrer Behausung. Die Teile betrachtend, fragte ich mich warum ich den Cardi nie fertig gestrickt hatte. Der Ausschnitt des Vorderteils sah komisch aus, ich erinnerte mich daran hier mit verkürzten Reihen gearbeitet zu haben, was mir aber nicht wirklich gefiel. In der Anleitung wird nur schnöde abgekettet.

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Hmmm, mal einen Ärmel anschlagen, damit ich wieder in den Fluß mit dem Muster komme (sonst kenn ich mich ja gar nicht mehr aus…)
JETZT weiß ich wieder warum das Projekt so sang und klanglos im Korb verschwunden ist!
Die Anleitung ist, mit Verlaub gesagt, ein Schaß!
Fängt ja gut an….ich hab da anscheinend großes Perlmuster gestrickt statt dem normalen….und eigentlich hätte das Bündchen am Ärmel breiter gehört….ich steh mit diesen Pattern eindeutig auf Kriegsfuß!

Endlich geschafft, der Ärmel ist fertig. Irgendwas mit dem Armauschnitt ist anders (?!?!?) Rückenteil kontrollieren….ahja, da haben wir ja den Übeltäter….da muß ich Hin-und Rückreihen abnehmen…hab ich brav beim Ärmel gemacht (nachdem ich eine Ewigkeit gebraucht habe, diese Anweisung zu entschlüsseln) beim Rückenteil nicht! Ribbel, ribbel, ribbel….jetzt stimmt es *Hurra*

Jetzt zum Vorderteil….häh? Was? Wie? Mir stehen bereits die Haare zu Berge und ich sehe aus wie Albert Einstein der in die Steckdose gegriffen hat. Ribbel, ribbel, ribbel….jetzt endlich ist der Ausschnitt aufgegangen. (Ohne verkürzte Reihen, so wie in der Anleitung vorgegeben)

Oh nein, ich habe den linken mit rechten Vorderteil verwechselt! Jetzt ist die Taillierung vorne in der Mitte, wo sie beileibe nicht hingehört! Man darf sich mir inzwischen ohne Gefahr nicht nähern, niemand will mit einen Hai in der Badewanne liegen. Um mir herum herrscht das blanke Chaos. Ribbel, ribbel, ribbel….endlich geschafft! Sieht gut aus, stillgelegte Maschezahlen stimmen und ich kann den zweiten Ärmel anschlagen.

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Ich bin geschafft, von den zwei Folgen „Quantico“, die im Fernsehen liefen, habe ich nichts, aber auch gar nichts mitbekommen. Wiederholung aufnehmen und nochmals ansehen. Diesmal ohne verqueren Projekt…..

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Jetzt liegt alles geordnete im Korb und wird hoffentlich bald ein tragbares Jäckchen.

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Bei der Rundpasse werd ich mal höllisch aufpassen, sonst bekomme ich noch einen Nervenzusammenbruch!

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Extrem

Extrem britisch ist der nun fertige Pullover und extrem sind meine momentanigen Strickgewohnheiten. :mrgreen:

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Sehr stilecht mit Karohose und schon ein Vorbote zum kommenden Herbst. Auch wenn jetzt so mancher aufschreit, ja der Herbst kommt sicher, das ist gewiss….aber dauert schon noch ein Weilchen, bis die sich die ersten Blätter rot und golden färben.

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Den Pulli hatte ich vor Monaten in die Sommerpause geschickt, das Vorderteil hat sich sowieso geweigert fertig zu werden und sommerliche Tops standen eher auf meiner Wunschliste. Und nachdem ich wochenlang froh war, zumindestens 5 Maschen am Tag zu stricken, bekam man mich mit diesen, wieder hervorgeholten Projekt, zeitweise nicht mehr von der Couch weg! Extrem!

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Pfuh, das war vielleicht viel zusammen nähen und Fäden vernähen. Ich war schon ganz wuschig! Aber hat sich gelohnt.

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Gehalten habe ich mich zum größten Teil an die Anleitung, nur den Querzopf habe ich mit Maschenstich geschlossen und dann aus dem unteren Rand das Bündchen aufgenommen und in Runden gestrickt. Das Bündchen extra in zwei Teilen zu stricken, kam mir unsinnig vor.

Die roten Längsstreifen wurden aufgestickt, Kettenmaschen mit einer Häkelnadel aufzuhäkeln ist mir zutiefst unsympathisch. Da bin ich mit Nadel um einiges schneller.

Verwendet wurde nur Garn aus dem Stash! Mit ein bissl suchen und gustieren findet sich auf für ein Vielfarben-Projekt das Passende. Nur nicht wie eine Glucke auf der Wolle sitzen!

Anleitung: Fernanda aus Verena Herbst 2015
Garne: Braun/Pashmina von Lana Grossa (78% Merino 22% Kaschmir)
7 Knäuel
Puderrosa und Camel/SMC Extra Soft Merino Alpaca (80%
Merino 20% Alpaka) 1,5 und 3 Knäuel
Grau/FairAlpaka Baby Alpaka Dk (100% Alpaka) 2 Knäuel
Weinrot/Drops Lima (65% Schurwolle 35% Alpaka) 1 Knäuel

Die Garne passte gut von Stärke und Zusammensetzung zusammen. Insgesamt ist der Pullover sehr flauschig und weich geworden.

Ich sag jetzt nicht, das es jetzt ruhig kalt werden darf……

Die Rezepte bin ich euch noch schuldig! Aber die kommen noch
🙂

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Mutters Küche

Immer wenn ich an meine Mutter denke, muß ich einfach auch an ihre köstliche Hausmannkost denken. Sie bekochte einfach gerne ihre Familie und viele ihrer Rezepte wurden schon über Generationen überliefert.
Lang mochte ich gar nicht an ihre Bohnensuppe oder den Nußkuchen mit der Zirtonenklasur denken. Jetzt ist sie schon ein ganzes Jahr nicht mehr unter uns und langsam, so ganz langsam kann ich mich auch mit einen kleinen Lächeln an meine Mama erinnern.

Meine Nachbarin fuhr letzte Woche auf Urlaub und fragte mich, ob ich ihr etwas Obst abnehmen könnte, sonst würde es verderben. Ich dachte, ein paar Pfirsiche und zwei Bananen oder so, aber es waren dann eine ganze Melone, Orangen, Gurken und ungefähr 3kg Tomaten!
Wer soll die bitte essen? Überreif halten die auch nicht ewig. Also ab in den Topf mit ihnen, um die roten Früchte zu einer Sauce zu verarbeiten. Dann fielen mir die gefüllten Paprika in Paradeissauce von meiner Mutter ein. Die habe ich als Kind schon geliebt, selbst aber selten gekocht. Hat ja immer die Mama gemacht!

Also gab es heute gefüllte Paprika mit Fleisch/Reisfüllung (die leichte Bettin’sche Abweichung bestand in Dinkelreis und Fetakäse in der Füllung…..)

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Na, nur noch drei sind übrig geblieben, hat wohl geschmeckt 🙂 Ich fotografiere ja gerne so typische Hausmannskost gleich im Topf, das wirkt einfach uriger 😉

Demnächst werde ich mich wohl an die Bohnensuppe mit zupfte Nockerl wagen. Ein Rezept meiner Urgroßmutter. Kennt kein Mensch, ist wohl auch eine Erfindung der Urli-Oma. Hab’s noch nie gekocht, weiß aber zum Glück das Rezept. Der Schmäh an dem Ganzen ist, dass vorher ein Strudel mit selbstgemachten Teig fabriziert werden muß. Denn die zupften Nockerl bestehen aus Resten von dem Strudelteig. Werden einfach in die heiße Bohensuppe eingelegt. Die ist hell mit weißen Bohnen und viel Knoblauch.
Also gibt es demnächst Bohnensuppe und Topfen-Marillenstrudel. Hoffentlich gelingt es mir auch, ich hab dieses Gericht immer heiß und innig geliebt. Und die Suppe mochte eigentlich jeder in der Familie…..so ist es nur gut und recht, dass die Kost meiner Mutter auch noch weitere Generationen übersteht.

Ich werde über Erfolg oder Mißerfolg berichten…. 😆

Falls jemand die gefüllten Paprika nachkochen möchte, HIER schreien. Dann schreib ich einen Rezeptbeitrag 🙂

 

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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