Zwitscherhexe

Stricken, Kochen, Pferde. Mein Leben zwischen Stricknadeln, Kochtöpfe und Reitstall

Momentaufnahme

- 28. August 2016

Sonntags im Hause Zwitscherhexe, träge legt sich die Hitze über die Terrasse. Mensch und Tier verharren still, nur ab und zu hört man das klare Klirren des Wassers der zahlreichen Pools in den Gärten. Der Duft von Holzkohle steigt in die Nase, schläfrig gähnt der ein oder andere. Hundstage wird dieser Zustand im östlichen Niederösterreich und Wien genannt. Über 30 Grad, dann wenn der Asphalt zu flimmern beginnt.

Zum stricken viel zu hoch die Temperaturen, besser wäre das klimatisierte Wohnzimmer. Aber es sind die letzen Tage im August, irgendwie mag ich diese eigenartige Ruhe wenn die Hitze den Menschen die letze Energie raubt. Alles steht still…
Am Tisch liegt ein kunterbuntes Sammelsurium an Büchern, Geschirr, Getränken und natürlich Wolle. Mittendrin die Katze mit der Sondergenehmigung, meinen tierischen Liebling, die so manches darf, was anderen verwehrt.

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Ich starre in den Garten, bemerke einen vergessenen Ball im Beet und die hängenden Köpfe der Blumen, deren Töpfe schon längst gegossen gehören. Ein Kinderlachen unterbricht die Stille, ich nehme die Stricknadeln in die Hand. Die Blumen können noch warten, ich lasse diesen Sonntag ausklingen, mit Ruhe und einen kleinen Lächeln. Bald werden in den Morgenstunden die ersten Nebelschwaden über das Land wabern und sich die Blätter in alle möglichen Rot- und Gelbtöne verwandeln. Ich höre schon das Rascheln des trockenen Laubs unter meinen Füssen und habe diesen Geruch von Feuchte und Abschied in der Nase. Dann wenn man sich die dicke Strickjacke fest um den Leib wickelt.

Eine leichte Brise streicht durch mein Haar und die Nadeln erzeugen stet eine Masche um die andere….

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

Ich möchte euch danken für die zahlreichen Beileidsbekundungen, lieben Worte des Trostes, Gebeten und Kerzen die angezündet worden sind.
Am Freitag haben wir den letzen und schweren Gang, wo wir im engsten Kreis die Urne zu Grabe tragen werden.

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2 responses to “Momentaufnahme

  1. Annette Hardes sagt:

    Liebe Bettina!
    Ich folge dir seit geraumer Zeit und finde deine Arbeiten sehr schön. Aber was mich sehr viel mehr anrührt sind deine wunderbaren Texte. Was du heute geschrieben hast …ganz genauso sah es bei uns aus und es fühlte sich auch so an ( tausche nur Katze gegen Hund aus😊)
    Ich lebe an der Ostsee und wir sind vom Strand auf die Terrasse umgezogen…es war einfach zu warm.
    Es berührt mich sehr, was und wie du schreibst. Hab Dank dafür💚
    Und für deinen schweren Gang…mögest du leichten Fußes gehen wir sind eine Zeit lang in einem menschlichen Körper und dann sind wir wieder frei… So ist meine Philosophie und das hat mir schon so manche schwere Stunde erleichtert.
    Herzliche Grüße,
    Annette

  2. Anneli sagt:

    Liebe Bettina,
    Du hast einen wunderbaren Beitrag geschrieben. Er ist so anschaulich, dass ich das Gefühl habe, auf Deiner Terrasse zu sitzen und die Szene dort zu erleben. Diese letzten hochsommerlichen Tag sind die schönsten. Genieß die Stunden! Für Freitag wünsche ich Dir noch einmal ganz viel Kraft!
    Liebe Grüße
    Anneli

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