Zwitscherhexe

Stricken, Kochen, Pferde. Mein Leben zwischen Stricknadeln, Kochtöpfe und Reitstall

Momentaufnahme

Sonntags im Hause Zwitscherhexe, träge legt sich die Hitze über die Terrasse. Mensch und Tier verharren still, nur ab und zu hört man das klare Klirren des Wassers der zahlreichen Pools in den Gärten. Der Duft von Holzkohle steigt in die Nase, schläfrig gähnt der ein oder andere. Hundstage wird dieser Zustand im östlichen Niederösterreich und Wien genannt. Über 30 Grad, dann wenn der Asphalt zu flimmern beginnt.

Zum stricken viel zu hoch die Temperaturen, besser wäre das klimatisierte Wohnzimmer. Aber es sind die letzen Tage im August, irgendwie mag ich diese eigenartige Ruhe wenn die Hitze den Menschen die letze Energie raubt. Alles steht still…
Am Tisch liegt ein kunterbuntes Sammelsurium an Büchern, Geschirr, Getränken und natürlich Wolle. Mittendrin die Katze mit der Sondergenehmigung, meinen tierischen Liebling, die so manches darf, was anderen verwehrt.

image

Ich starre in den Garten, bemerke einen vergessenen Ball im Beet und die hängenden Köpfe der Blumen, deren Töpfe schon längst gegossen gehören. Ein Kinderlachen unterbricht die Stille, ich nehme die Stricknadeln in die Hand. Die Blumen können noch warten, ich lasse diesen Sonntag ausklingen, mit Ruhe und einen kleinen Lächeln. Bald werden in den Morgenstunden die ersten Nebelschwaden über das Land wabern und sich die Blätter in alle möglichen Rot- und Gelbtöne verwandeln. Ich höre schon das Rascheln des trockenen Laubs unter meinen Füssen und habe diesen Geruch von Feuchte und Abschied in der Nase. Dann wenn man sich die dicke Strickjacke fest um den Leib wickelt.

Eine leichte Brise streicht durch mein Haar und die Nadeln erzeugen stet eine Masche um die andere….

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

Ich möchte euch danken für die zahlreichen Beileidsbekundungen, lieben Worte des Trostes, Gebeten und Kerzen die angezündet worden sind.
Am Freitag haben wir den letzen und schweren Gang, wo wir im engsten Kreis die Urne zu Grabe tragen werden.

Advertisements
2 Kommentare »

In tiefer Trauer

Ich möchte hier eine virtuelle Kerze für meinen 21jährigen Neffen anzünden, der sich gestern das Leben genommen hat.

image

Tief geschockt und in unendlicher Trauer, schreibe ich mir hier ein bisschen was von der Seele. Oft besser, als unendliche Gespräche zu führen.

Das Warum wird wohl immer eine unbeantwortete Frage bleiben, das Gefühl zuwenig getan, zuwenig zugehört zu haben, wird immer bleiben.
Er war ein stiller, liebenswerter und ungemein gescheiter junger Mann, der im Inneren einen aussichtslosen Kampf führte. Wir wußten um seine seelischen Probleme, er wurde betreut, es schien im ganz gut zu gehen. Alle dachten, es wäre nur eine leichte Depression, aber die Dämonen in ihm waren wohl größer und stärker als er.

Es ist ein Schock, erst ein Jahr nach dem Tode unserer Mutter, seiner Oma, bei der er jetzt hoffentlich auch ist. Meine Schwester war im Urlaub, gefunden hat ihn der ältere Bruder. Näher will ich jetzt darauf nicht eingehen, es werden wohl alle psychologische Betreuung brauchen.
Im Moment liegt er hirntod im Krankenhaus, er ist Organspender, wenigstens ein kleiner, winzig kleiner Trost, dass in allen Unglück anderen Menschen geholfen werden kann.
Jetzt gleitet er langsam hinüber, um dort, wo auch immer, seinen Frieden zu finden.

Meine Gedanken, meine Gebete gelten meiner Schwester und dem Schwager, seinen zwei verbliebenen Brüdern. Sie brauchen jetzt jede Hilfe und Unterstützung.
Der Bub war der jüngste, das Nesthäckchen und wir werden dich vermissen, dein schüchternes Lächeln, deine immer auf den Punkt gebrachten Sprüche, die uns immer zum lachen gebracht haben. Wenig hast du gesprochen, aber wenn, dann war es immer das richtige. So jung, was hättest du noch alles erlebt? Deine erste Liebe durftest du noch erleben, aber so viel wird dir für immer verwehrt bleiben. Aber du hast diesen Weg gewählt und niemand wird je einen Vorwurf aussprechen und wir werden uns auch keine machen….

Eine schlimme Zeit bricht an, erst jetzt habe wir den Tod der Mama und Oma so langsam etwas verkraftet und jetzt kommt noch ein weiterer  Gang zum Friedhof dazu.

Wie ihr ja wißt, haben wir einen engen Familienzusammenhalt und so sind meine Neffen und die Nichte auch ein bisschen meine Kinder. Meine liebe Schwester trifft es am härtesten, nichts ist schlimmer als sein Kind zu verlieren. Aber sie wird aufgefangen, so gut es geht.

Ich möchte euch bitten, vielleicht eine Kerze anzuzünden oder ein Gebet zu sprechen. Damit er einen guten Geleit in die anderer Welt hat.
Danke
Bettina und Familie

12 Kommentare »

Mutters Küche

Immer wenn ich an meine Mutter denke, muß ich einfach auch an ihre köstliche Hausmannkost denken. Sie bekochte einfach gerne ihre Familie und viele ihrer Rezepte wurden schon über Generationen überliefert.
Lang mochte ich gar nicht an ihre Bohnensuppe oder den Nußkuchen mit der Zirtonenklasur denken. Jetzt ist sie schon ein ganzes Jahr nicht mehr unter uns und langsam, so ganz langsam kann ich mich auch mit einen kleinen Lächeln an meine Mama erinnern.

Meine Nachbarin fuhr letzte Woche auf Urlaub und fragte mich, ob ich ihr etwas Obst abnehmen könnte, sonst würde es verderben. Ich dachte, ein paar Pfirsiche und zwei Bananen oder so, aber es waren dann eine ganze Melone, Orangen, Gurken und ungefähr 3kg Tomaten!
Wer soll die bitte essen? Überreif halten die auch nicht ewig. Also ab in den Topf mit ihnen, um die roten Früchte zu einer Sauce zu verarbeiten. Dann fielen mir die gefüllten Paprika in Paradeissauce von meiner Mutter ein. Die habe ich als Kind schon geliebt, selbst aber selten gekocht. Hat ja immer die Mama gemacht!

Also gab es heute gefüllte Paprika mit Fleisch/Reisfüllung (die leichte Bettin’sche Abweichung bestand in Dinkelreis und Fetakäse in der Füllung…..)

image

Na, nur noch drei sind übrig geblieben, hat wohl geschmeckt 🙂 Ich fotografiere ja gerne so typische Hausmannskost gleich im Topf, das wirkt einfach uriger 😉

Demnächst werde ich mich wohl an die Bohnensuppe mit zupfte Nockerl wagen. Ein Rezept meiner Urgroßmutter. Kennt kein Mensch, ist wohl auch eine Erfindung der Urli-Oma. Hab’s noch nie gekocht, weiß aber zum Glück das Rezept. Der Schmäh an dem Ganzen ist, dass vorher ein Strudel mit selbstgemachten Teig fabriziert werden muß. Denn die zupften Nockerl bestehen aus Resten von dem Strudelteig. Werden einfach in die heiße Bohensuppe eingelegt. Die ist hell mit weißen Bohnen und viel Knoblauch.
Also gibt es demnächst Bohnensuppe und Topfen-Marillenstrudel. Hoffentlich gelingt es mir auch, ich hab dieses Gericht immer heiß und innig geliebt. Und die Suppe mochte eigentlich jeder in der Familie…..so ist es nur gut und recht, dass die Kost meiner Mutter auch noch weitere Generationen übersteht.

Ich werde über Erfolg oder Mißerfolg berichten…. 😆

Falls jemand die gefüllten Paprika nachkochen möchte, HIER schreien. Dann schreib ich einen Rezeptbeitrag 🙂

 

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

3 Kommentare »

Frohe Ostern!

Ich hoffe ihr genießt einen gemütlichen Ostermontag, mit euren Lieben, einem guten Buch und natürlich mit dem Strickzeug. Schon einen kleinen Spaziergang bei dem sonnigen Wetter gemacht? Oder aber den Balkon bzw Terrasse für 2016 eingeweiht?
Ich muß mich ja beherrschen, um nicht schon im Garten zu werkeln. Aber heute bin ich faul und werde nur meine Ostersocken zu Ende bringen.

Gestern gab es wieder den traditionellen Osterbrunch mit der ganzen Familie, der bis Abends gedauert hat und samstags war ich einkaufen, reiten, habe eine Torte und einen Apfelkuchen gebacken und zwischendurch noch eine Gulaschsuppe mit Bohnen fabriziert. Damit mir niemand verhungert…..und daher habe ich eine absolute Freikarte für absolutes Nichtstun 🙄

Am Freitag ist endlich meine Vintagejacke fertig geworden.

image
image

Passt ja perfekt zu meinen (Biene Maja) Sommerkleid und die Knöpfe sind ebenfalls eine wunderbare Ergänzung für das Jackerl.

image

Im Großen und Ganzen bin ich mit der Umsetzung meiner Idee zufrieden. Der Schnitt ist gut gelungen, Länge passt, die Rosen sitzen an der richtigen Stelle und es ist weder zu klein noch zu groß 🙂
Ein paar Kleinigkeiten würde ich beim nächsten Mal anders machen, aber kein Beinbruch, nur wieder was dazugelernt.

image
image

Jetzt geht’s weiter mit dem Karopulli und ein weiters Paar Socken werden auch angeschlagen (man höre und staune!). Als Mitnahmeprojekt, mit handgefärbte Wolle und einfachen Muster. Auch ein nettes Kontrastprogramm zum doch etwas aufwändigen Vorderteil des Karopullovers. Sockenstricken macht mir im Moment enorm Spaß und das gilt auszunutzen :mrgreen:

Euch noch einen schönen Feiertag!
Eure Bettina

6 Kommentare »

Kürbis mit Schokoladenüberzug

Da ist sie nun, die Jacke! Fix und fertig, ich bin allerdings sehr entspannt gewesen (und nicht fix und fertig),während ihres Entstehungsprozesses.
Keinerlei böse Überraschungen, nur eine kleine Ribbelaktion und sie gefällt und passt meiner Schwester.

image
image

Also ich warte ja immer noch auf Tragefotos von der grünen Jacke, vielleicht bekomme ich ja diesmal welche! Mein Neffe hat eine tolle Kamera und kann ziemlich gut fotografieren….also, ich hoffe ja immer noch….sonst muß ich irgendwann ran. Aber das ist zeitlich immer so blöd…wahrscheinlich ist Schwesterherz genau so kamerascheu wie meine Wenigkeit 😀 Muß wohl in den Genen liegen….

image
image

Wie schon mal erwähnt, habe ich die Jacke von oben nach unten gestrickt, zuerst Rückenteil und verkürzte Reihen für die Schulterpartie und dann wurden die Vorderteile aus dem Rückenteil aufgenommen.

image

Unter den Achseln habe ich einige Maschen abgenommen, damit das Teil an dieser Stelle besser sitzt. Die Jacke ist ansonsten ganz gerade und mit 15cm Mehrweite konzipiert.

image

Die Ärmeln habe ich aus dem Armlöchern aufgenommen und nur zweimal oberhalb des Ellbogens abgenommen, dann wurde gerade weitergestrickt.

image

Taschen wurden extra gestrickt und dann angenäht.

Verwendet habe ich Fair Alpaka DK in Orange Heather und Schokobraun. Verstrickt mit 4mm und mit einer Maschenprobe von 21M/10cm. Ist nicht zu fest und auch nicht zu locker, soll ja einen angenehmen Fall haben.

So, jetzt steht nur noch die Frage an, Anleitung dafür schreiben oder nicht….ich weiß, ich habe gesagt „Nix Anleitung!“ Aber sag niemals nie :mrgreen:

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

3 Kommentare »

Auf ein Neues!

Ich hoffe ihr seit gut ins neue Jahr gerutscht und seht dem Jahr 2016 mit guten Gefühl entgegen.

Bei uns ging es ruhig zu, wir waren zu Hause und habe Lachsbrötchen und welche mit Roastbeef verdrückt und ein gepflegtes Glas Sekt dazu getrunken. Ich habe natürlich gestrickt, eingemummelt auf der Couch begleitet von Silvesterböllern (bin ja heilfroh, dass sämtlichen Tierchen das Geknalle echt schnuppe ist…)

Was wird wohl das Jahr 2016 bringen? Hoffentlich keine Katastrophen, sondern nur Gutes und Schönes.
Obwohl ich nicht allzuviel von Vorsätzen halte, den die halte ich meist eh nie ein, habe ich mir in Sachen Strick doch einiges vorgenommen. Ist aber eher eine Wunschliste als eine Vorsatzliste.

  1. Stashabbau! Jaja, die übliche Jammerei. Ich hab zuviel Wolle! Kann ich ja nie verstricken! Na, verstricken schon, aber  ich habe langsam keinen Platz mehr. Und die Mengen an Wolle grenzt an Unvernunft. Ich werde irgendwann als Skelett unter einen Berg von Wollknäuel enden…..Es muß was weg und es darf nicht allzuviel dazu gekauft werden. Max 2-3x habe ich mir einen Wollkauf im Jahre 2016 zugebilligt.
  2. Bevor irgendein Großprojekt neu angeschlagen wird, müssen mind. 80% der WIP’s fertig werden. Nur Kleinzeug wie Cowls, Mützen oder Socken (bei mir eher unwahrscheinlich….örks) dürfen auch zwischendurch genadelt werden. Absolute Ausnahme wird die Jacke, eine Eigendesign, für meine Schwester sein. Die wünscht sie sich schon länger und liebe Schwesterleins will man ja nicht enttäuschen, oder?
  3. Wenn ich mit den WIP’s durch bin, möchte  ich endlich einige der vielen Fair Isle und Aran-Projekte, die schon so lange auf meiner Wunschliste stehen, beginnen. So einen richtig schön üppigen Zopfpulli und die aufwendige Fair Isle Jacke von Knit Picks, nur um mal zwei „Will ich unbedingt machen“ zu nennen.
  4. 2-3 Modelle arbeiten, wo ich schon ewig die Wolle eingelagert habe. Eine Jacke im Chanel-Stil aus einen uralten Gedifra-Heft oder das Kleid aus einer Sabrina und die Seiden-Tunika aus einer Sommer-Verena.
  5. Nicht zu viele WIP’s anhäufen und schön der Reihe nach stricken   (das wird am schwersten… :mrgreen: )
  6. Mehr eigene Ideen umsetzen. Ein paar Eigenentwürfe warten schon länger auf ihre Umsetzung.

Um mal gleich mit den 2. und den 5.  Vorsatz zu beginnen, stricke ich im Moment nur an der Jacke „True„. Ein paar Tage habe ich ja immer zwischen „Fernanda“ und dem rosa Jackerl gewechselt. Ich komme zwar mit beiden Projekten gut weiter, aber das geht im Einzelnen alles viel zu langsam! Da ich abends immer etwas müde bin (krankes Pferd fordert seinen Tribut) habe ich mich jetzt mal entschlossen, die eher anspruchslose Jacke fertig zu stellen. (Anneli möge es mir verzeihen, den sie ist schon ganz gierig auf „Fernanda“ 😀 …aber keine Sorge, der wird auch noch fertig!)

image

Jetzt fehlt nicht mehr allzuviel. Ist etwas langweilig zu stricken, aber ich mag diesen schlichten, lässigen und auch kuscheligem Look. Ist so ein „Zieh ich mal geschwind drüber“ -Teil. Nur noch zwei Ärmel und die Taschen, das schaff ich in Lichtgeschwindigkeit! :mrgreen:

image

Möge es ein produktives Jahr werden und uns viele tragbare FO’s bringen 🙂

Gehabt Euch wohl
Eure Bettina

5 Kommentare »

Verrückte Weihnachten

Das Jahr 2015 hatte es wirklich ich sich. In diesen denkwürdigen Jahr ist wirklich viel passiert, leider nichts Gutes, aber auch schon gar nichts Gutes!
Besonders der Verlust meiner geliebten Mutter, war eines der schrecklichsten Dinge, die je in meinen Leben passiert sind.

Wie nur Weihnachten feiern? Ohne sie, ohne ihr Lachen und ihre Freude, alle ihre Lieben um sich zu haben.
Meine Mutter war nie ein Kind von Traurigkeit und so haben wir, in ihren Sinne, eine verrückte Weihnachtsparty gefeiert! Zuerst mit Tränen und langen Umarmungen und einer Gedenkminute.
Wir haben reichlich gegessen, getrunken, gelacht, wild getanzt und mitgesungen. Falls irgendwo ein paar Videos von leicht meschugge tanzenden Leuten auftauchen, das sind garantiert wir.
Um 2 Uhr früh ist es immer noch wild zugegangen, Gläser gingen zu Bruch, das Bild von der Mama ist umgefallen (die hat anscheinend mitgefeiert….), manch einer hatte auch schon etwas zu viel Wein konsumiert,aber uns ging’s gut und so hätte es meine Mutter auch gewollt.
Nicht Trübsal blasen, sondern das Leben feiern!

Fragt mich jetzt nicht, wann ich in meinen Bett lag, keine Ahnung 🙄 Ich weiß nur, das meine Schwester und Nichte noch reichlich munter waren, als wir gingen und scheinbar noch bis halb sieben am ratschen waren…..die anderen haben da schon längst geschlafen. Wir sind echt eine irre Familie, aber eine bessere kann man sich nicht wünschen!

Verrückt waren diese Weihnachten nicht nur wegen einer wild feiernden Familie, sonder auch, weil ich vormittags noch die Hiobsbotschaft bekommen habe, das meine Stute nun doch an Druse erkrankt ist und das Abszess nicht ein harmlose Angelegenheit ist. Druse ist eine hochansteckende bakterielle Infektion, die die oberen Atemwege und Lymphknoten befällt. Geht zwar meistens  wieder ohne viel Komplikationen vorüber, nur mußten wir den den Stall unter Quarantäne stellen, damit sich diese Krankheit nicht noch weiter ausbreitet. Woher meine Maus es hat bleibt vorerst ein Rätsel und es bleiben nur Vermutungen.

Ich versorge jetzt mein Pferd mit Einweghandschuhe und Einmal-Plastikschürze und bin so gut desinfiziert, das es kein Bakterium auf mir mehr aushält. Wird auch vorüber gehen, Stuti trägt ihre Boxenhaft mit Fassung, so geht es ihr ja gut. Nur langsam wird’s einfach fad! Aber solange noch Eiter abgeht, dürfen wir auch nicht spazieren gehen. Aber auch das wird vorüber gehen.

Ihr seht, ein wirklich verrücktes Weihnachten!
Jetzt sitz ich  auf meiner Couch, sehe mir Fackeln in Sturm an und stricke an einer meiner Projekte weiter. Wo es hoffentlich bald wieder was zum zeigen gibt :mrgreen: Und dann gehe ich früh schlafen…..

Ich wünsch euch noch schöne Feiertage!
Eure Bettina

2 Kommentare »

Wie man seine Lieben bestrickt (oder auch nicht)

Durch Zufall bin ich auf diesen lustigen Thread im Deutschen Stricktreff gestoßen.
Hier geht es um den Frustabbau über einen ignoranten Ehegesponns, der die liebevoll gestrickte Jacke nie anzieht, aber gerne zu schlecht verarbeiteten Polytierchen in Jackenform aus dem Billigladen greift. Was tun mit so einem männlichen Exemplar? Umtauschen? Wegwerfen? Umerziehen? Mit Leckerli in Form von Schokolade in die richtige Richtung konditionieren? Bei Hunden und Pferden funktioniert das wunderbar……

Da der liebe Ehemann, Lebensabschnittspartner oder Freund kein Hund oder Pferd ist und wir ihn ja lieb haben, bleibt wohl nur das „Für den strick ich nix!“ Mehr für mich, ist ja auch mein Hobby, meine Zeit und mein Geld. Da dürfen wir mal so richtige schön egoistisch sein.

Oder es findet sich ein bestimmtes Zeugs wie Socken oder Hauben, die das Mannsbild auch gerne trägt.
Schreibt doch eine Strickerin, dass sie ihren Mann fast bewusstlos schlagen muß, damit sie die Socken in die Waschmaschine bekommt. Erinnert mich sehr an mein persönliches Mützen-Armagedon. Da verhält es sich ja ähnlich. Am besten fünf Valium in den Tee, warten bis er weggetreten ist und dann ab in die Wäsche mit den dreckigen Unglücksraben!

Kinder sind ja ein ähnliches Jammertal. Noch klein und niedlich, sind die gestrickten Jäckchen, Strampler und Söckchen ebenfalls klein und niedlich…..und das bestrickte Kind kann sich (noch) nicht wehren.
Irgendwann artet der Pullover für den 12jährigen in echter Arbeit aus, trotzdem wächst er innerhalb der nächsten 2 Jahre garantiert wieder raus aus dem guten Stück.
Das süße Mädl mag lieber Kapuzensweater als Ballettröckchen aus Mohairwolle und findet Gestricktes generell igitt!
Nun, auch hier gilt: MEHR für mich!

Da es aber doch schön ist, anderen eine Freude zu bereiten, sucht man sich ein dankbares Bestrickungsopfer. Die sind zwar rar gesät, aber mit etwas Glück findet man sich auch so eine Person wie meine Mutter es war.
Jetzt habe ich meine Schwester infiziert, die ja schon die Tücher sehr, sehr oft trug und scheinbar in ihre grüne Jacke echt verliebt ist.
Deshalb gibt es demnächst eine Longjacke in oranger und schokobrauner Babyalpaka mit Taschen.

Und den ignoranten Göttergatten läßt man einfach links liegen, der Sohnemann soll mal seine endgültige Größe erreichen (hier geht das Mann-typische Drama mit großer Wahrscheinlichkeit von los..) und das Töchterlein kommt garantiert irgendwann angerannt, um sich den neusten, trendigen Pullover stricken zu lassen.

In der Zwischenzeit gibt’s halt MEEEEEEHR FÜR MICH!!!! GANZ VIEL IN FEINSTER WOLLE UND NUR FÜR MICH!

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

6 Kommentare »

Es wird Zeit

Zeit, diesen Blog wieder etwas Leben einzuhauchen. Nach gefühlten 10 Jahren ist die Jacke für meine Schwester fertig geworden. Pfuh, war das viel glatt rechts! Unglaublich viel glatt rechts!

image

Die Fotos habe ich ganz auf die Schnelle geschossen, da mein Schwesterlein die Jacke unbedingt auf der Geburtstagsfeier eines Freundes tragen will. Ich hab ihr zuerst nur geschrieben, wann sie den das Teilchen geliefert haben will. Es wäre jetzt (endlich) fertig 😉 Ach, sie sei morgen den ganzen Tag nicht daheim und dann ist da noch die Party am Abend….ich daraufhin noch schnell Fotos gemacht, ins Auto gesprungen und ab zur Schwester. Sind ja nur grad mal 5 Minuten, also nicht schlimm 😀
Alle Finger gekreuzt, dass die Jacke auch passen möge. Sie steht ihr super, zaubert glatt 10 kg weg und alle sind glücklich. Und mir wurden Tragefotos versprochen. Mal schauen, ob sich wer zum fotografieren erbarmt :mrgreen:

image

Verändert habe ich kaum etwas, nur die Armausschnitte etwas vergrößert und die Ärmel etwas weiter gemacht. Ansonsten sitzt sie sehr gut. Allerdings ist die Anleitung etwas wirr und unübersichtlich. Auch kleine Fehler habe ich gefunden. Naja, mich stört das ja stricktechnisch nicht, aber für das Geld erwarte ich mir schon eine Top-Anleitung. Wie seht ihr das?

AnleitungIsabel von Amy Miller, Kaufanleitung/englisch
Garn: Rosy Green Wool Cheeky Merino Joy in Moss
Verbrauch: 1760m für Größe 41.45″
Nadelstärke: 3,5mm

In der Zwischenzeit habe ich an einen Lacetuch weitergearbeitet und eine Jacke frisch angeschlagen, die ganzen unfertigen Teile ignoriere ich mal ganz geflissentlich. Irgendwann werden auch die fertig 😆

Aber mehr davon in nächsten Beitrag!

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

12 Kommentare »

Ein leises Dankeschön

Ich möchte mich, auch in Namen unsere Familie, für die netten und tröstenden Worte herzlich bedanken.

Es ist schwer ohne meine Mutter, noch kann ich es nicht wirklich begreifen. Sie fehlt, ihr Lachen, ihr Optimismus und ihre Lebenslust.
Die Trauer wird noch lange dauern, bis nur mehr die positive Erinnerung in uns weiter lebt.

Mir ist auch mein Strick-Mojo abhanden gekommen. Irgendwie habe ich in dem Moment ihres Gehens die Stricknadeln fallen lassen. Vielleicht auch, weil das letzte fertige Strickstück für sie bestimmt war.

Jetzt ist wirklich der Zeitpunkt gekommen, wo ich meiner Mama Hortensien ans Grab stellen werde. Das war immer ihr Wunsch, mehr im Scherz gesagt, aber es hat sich tief in mein Gedächnis gebrannt. Jetzt kommt mir das irgendwie unwirklich vor.
Die Kränze und das Sarggesteck waren geschmückt mit weißen Hortensien und zart lila Rosen. Das hätte ihr gefallen.

Jetzt muß das Leben weiter gehen, ohne diesen wichtigen und wertvollen Menschen. Aber es wird!

Eure Bettina

10 Kommentare »