Zwitscherhexe

Stricken, Kochen, Pferde. Mein Leben zwischen Stricknadeln, Kochtöpfe und Reitstall

Ein Klassenclown wird Schulsprecher

Gut gebrüllt Löwe, vorallem laut, unflätig, pfurzend und schießend. Tief unter der Gürtellinie, mit der Hand zwischen den Beinen von diversen Damen.
So, nun ist Trump der mächtigste Mann der Welt. Ein politischer Nichtwissender mit einen blonden Fuffi am Kopf und vielen komischen Ideen im Kopf.

Amerika hat entschieden. Steuersenkungen, Waffen für alle und weg mit allen Illegalen zieht immer. Eine Mauer will er ziehen, mit Putin unter die Bettdecke kriechen und Amerika wirtschaftlich gegen den Rest der Welt schön abriegeln.
Viel Unglaubliches hat er von sich gegeben, ohne recht zu wissen, von was genau er da eigentlich redet. Kasperl läßt grüßen.

Bleibt zu hoffen, dass der Einzug ins Weiße Haus für Trump Ernüchterung bringt.
Berater müssen ihn wohl an die Kandare legen, eine Marionette gesteuert von denjenigen die mehr politischen Verstand besitzen. Wird Trump das zulassen? Oder werden da einige im Hintergrund seine Unwissenheit ausnutzen?
Es bleibt spannend.

Allerdings macht mich die Tatsache nervös, das der Fuffi nun seine Würstelfinger auf dem Atomwaffen-Knöpfchen plaziert hat. 3. Weltkrieg….das war mein erster Gedanke, als ich das Ergebnis fest stand.
Hoffen wir, dass es nie so weit kommt.

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Momentaufnahme

Sonntags im Hause Zwitscherhexe, träge legt sich die Hitze über die Terrasse. Mensch und Tier verharren still, nur ab und zu hört man das klare Klirren des Wassers der zahlreichen Pools in den Gärten. Der Duft von Holzkohle steigt in die Nase, schläfrig gähnt der ein oder andere. Hundstage wird dieser Zustand im östlichen Niederösterreich und Wien genannt. Über 30 Grad, dann wenn der Asphalt zu flimmern beginnt.

Zum stricken viel zu hoch die Temperaturen, besser wäre das klimatisierte Wohnzimmer. Aber es sind die letzen Tage im August, irgendwie mag ich diese eigenartige Ruhe wenn die Hitze den Menschen die letze Energie raubt. Alles steht still…
Am Tisch liegt ein kunterbuntes Sammelsurium an Büchern, Geschirr, Getränken und natürlich Wolle. Mittendrin die Katze mit der Sondergenehmigung, meinen tierischen Liebling, die so manches darf, was anderen verwehrt.

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Ich starre in den Garten, bemerke einen vergessenen Ball im Beet und die hängenden Köpfe der Blumen, deren Töpfe schon längst gegossen gehören. Ein Kinderlachen unterbricht die Stille, ich nehme die Stricknadeln in die Hand. Die Blumen können noch warten, ich lasse diesen Sonntag ausklingen, mit Ruhe und einen kleinen Lächeln. Bald werden in den Morgenstunden die ersten Nebelschwaden über das Land wabern und sich die Blätter in alle möglichen Rot- und Gelbtöne verwandeln. Ich höre schon das Rascheln des trockenen Laubs unter meinen Füssen und habe diesen Geruch von Feuchte und Abschied in der Nase. Dann wenn man sich die dicke Strickjacke fest um den Leib wickelt.

Eine leichte Brise streicht durch mein Haar und die Nadeln erzeugen stet eine Masche um die andere….

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

Ich möchte euch danken für die zahlreichen Beileidsbekundungen, lieben Worte des Trostes, Gebeten und Kerzen die angezündet worden sind.
Am Freitag haben wir den letzen und schweren Gang, wo wir im engsten Kreis die Urne zu Grabe tragen werden.

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In tiefer Trauer

Ich möchte hier eine virtuelle Kerze für meinen 21jährigen Neffen anzünden, der sich gestern das Leben genommen hat.

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Tief geschockt und in unendlicher Trauer, schreibe ich mir hier ein bisschen was von der Seele. Oft besser, als unendliche Gespräche zu führen.

Das Warum wird wohl immer eine unbeantwortete Frage bleiben, das Gefühl zuwenig getan, zuwenig zugehört zu haben, wird immer bleiben.
Er war ein stiller, liebenswerter und ungemein gescheiter junger Mann, der im Inneren einen aussichtslosen Kampf führte. Wir wußten um seine seelischen Probleme, er wurde betreut, es schien im ganz gut zu gehen. Alle dachten, es wäre nur eine leichte Depression, aber die Dämonen in ihm waren wohl größer und stärker als er.

Es ist ein Schock, erst ein Jahr nach dem Tode unserer Mutter, seiner Oma, bei der er jetzt hoffentlich auch ist. Meine Schwester war im Urlaub, gefunden hat ihn der ältere Bruder. Näher will ich jetzt darauf nicht eingehen, es werden wohl alle psychologische Betreuung brauchen.
Im Moment liegt er hirntod im Krankenhaus, er ist Organspender, wenigstens ein kleiner, winzig kleiner Trost, dass in allen Unglück anderen Menschen geholfen werden kann.
Jetzt gleitet er langsam hinüber, um dort, wo auch immer, seinen Frieden zu finden.

Meine Gedanken, meine Gebete gelten meiner Schwester und dem Schwager, seinen zwei verbliebenen Brüdern. Sie brauchen jetzt jede Hilfe und Unterstützung.
Der Bub war der jüngste, das Nesthäckchen und wir werden dich vermissen, dein schüchternes Lächeln, deine immer auf den Punkt gebrachten Sprüche, die uns immer zum lachen gebracht haben. Wenig hast du gesprochen, aber wenn, dann war es immer das richtige. So jung, was hättest du noch alles erlebt? Deine erste Liebe durftest du noch erleben, aber so viel wird dir für immer verwehrt bleiben. Aber du hast diesen Weg gewählt und niemand wird je einen Vorwurf aussprechen und wir werden uns auch keine machen….

Eine schlimme Zeit bricht an, erst jetzt habe wir den Tod der Mama und Oma so langsam etwas verkraftet und jetzt kommt noch ein weiterer  Gang zum Friedhof dazu.

Wie ihr ja wißt, haben wir einen engen Familienzusammenhalt und so sind meine Neffen und die Nichte auch ein bisschen meine Kinder. Meine liebe Schwester trifft es am härtesten, nichts ist schlimmer als sein Kind zu verlieren. Aber sie wird aufgefangen, so gut es geht.

Ich möchte euch bitten, vielleicht eine Kerze anzuzünden oder ein Gebet zu sprechen. Damit er einen guten Geleit in die anderer Welt hat.
Danke
Bettina und Familie

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Mutters Küche

Immer wenn ich an meine Mutter denke, muß ich einfach auch an ihre köstliche Hausmannkost denken. Sie bekochte einfach gerne ihre Familie und viele ihrer Rezepte wurden schon über Generationen überliefert.
Lang mochte ich gar nicht an ihre Bohnensuppe oder den Nußkuchen mit der Zirtonenklasur denken. Jetzt ist sie schon ein ganzes Jahr nicht mehr unter uns und langsam, so ganz langsam kann ich mich auch mit einen kleinen Lächeln an meine Mama erinnern.

Meine Nachbarin fuhr letzte Woche auf Urlaub und fragte mich, ob ich ihr etwas Obst abnehmen könnte, sonst würde es verderben. Ich dachte, ein paar Pfirsiche und zwei Bananen oder so, aber es waren dann eine ganze Melone, Orangen, Gurken und ungefähr 3kg Tomaten!
Wer soll die bitte essen? Überreif halten die auch nicht ewig. Also ab in den Topf mit ihnen, um die roten Früchte zu einer Sauce zu verarbeiten. Dann fielen mir die gefüllten Paprika in Paradeissauce von meiner Mutter ein. Die habe ich als Kind schon geliebt, selbst aber selten gekocht. Hat ja immer die Mama gemacht!

Also gab es heute gefüllte Paprika mit Fleisch/Reisfüllung (die leichte Bettin’sche Abweichung bestand in Dinkelreis und Fetakäse in der Füllung…..)

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Na, nur noch drei sind übrig geblieben, hat wohl geschmeckt 🙂 Ich fotografiere ja gerne so typische Hausmannskost gleich im Topf, das wirkt einfach uriger 😉

Demnächst werde ich mich wohl an die Bohnensuppe mit zupfte Nockerl wagen. Ein Rezept meiner Urgroßmutter. Kennt kein Mensch, ist wohl auch eine Erfindung der Urli-Oma. Hab’s noch nie gekocht, weiß aber zum Glück das Rezept. Der Schmäh an dem Ganzen ist, dass vorher ein Strudel mit selbstgemachten Teig fabriziert werden muß. Denn die zupften Nockerl bestehen aus Resten von dem Strudelteig. Werden einfach in die heiße Bohensuppe eingelegt. Die ist hell mit weißen Bohnen und viel Knoblauch.
Also gibt es demnächst Bohnensuppe und Topfen-Marillenstrudel. Hoffentlich gelingt es mir auch, ich hab dieses Gericht immer heiß und innig geliebt. Und die Suppe mochte eigentlich jeder in der Familie…..so ist es nur gut und recht, dass die Kost meiner Mutter auch noch weitere Generationen übersteht.

Ich werde über Erfolg oder Mißerfolg berichten…. 😆

Falls jemand die gefüllten Paprika nachkochen möchte, HIER schreien. Dann schreib ich einen Rezeptbeitrag 🙂

 

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Warum ich Wolle im Internet kaufe

Die liebe Leni hat mich in ihren letzen Kommentar darauf aufmerksam gemacht, das es doch besser wäre im heimischen Einzelhandel einzukaufen.
Natürlich hat sie recht, wir fördern die Wirtschaft und sichern so Arbeitsplätze. Da führt kein Argument  drum herum. Gehe ich ins nächste Wollgeschäft, so lasse ich mein Geld im Lande und trage etwas zum Bruttosozialprodukt bei. Außerdem verhindere ich das Verschwinden von kleinen Geschäften.

Ich habe allerdings mit den meisten Wollgeschäften meine Probleme. Warum? Da gibt es einige Gründe.

Der schon sehr lange bestehende Wollladen im Ort hat ein bestimmtes Sortiment, dass mir in den meisten Fällen nicht zusagt. Die Besitzerin kenne ich schon lange und ich weiß von ihr, dass sie spezielle Qualitäten einfach nicht an die Frau bringt. Zu teuer, zu dünn, nicht ganz so pflegeleicht und das führt dazu, dass dieses Geschäft meist mit den Garnen bestückt sind, die sich leicht und schnell mit dicken Nadeln verstricken lassen. Seide, Kaschmir oder Yak ist meist zu teuer und für den ländlichen Geschmack zu exotisch. Wenn sie solche Schätze mal auf Lager hat, kaufe ich die Knäul meistens! :mrgreen:

Hier gibt es dickes Schnellstrickgarn für diejenigen, die im Winter mal einen dicken Loop oder Schal stricken möchten oder einmal das eine oder andere Modell aus einen Lana Grossa Magazin nachstricken wollen. Nicht umsonst werden Lana Grossa Garne so locker verstrickt, geht schnell und man braucht keinen Unmengen an Garn.
Für die Verrückten, die aus Sockenwollstärke eine ganze Jacke stricken möchten oder Handgefärbtes lieben, gibt es dort nicht viel zu finden.
Ich verstehe die Besitzerin, sie muß ihr Sortiment an die Bedürfnisse anpassen, um überhaupt überleben zu können. Sie kennt auch meine Vorlieben und respektiert das, auch deswegen gehe ich doch ab und zu in den Laden und finde dann doch was Hübsches für meinen Stash. Bestellungen über dem Geschäft sind schwierig, da die immer immens lange brauchen. Abgesehen davon führt sie natürlich nicht alle Garnhersteller. Da ist mir das Internet schon um einiges lieber.

In Wien gibt es natürlich schon einige Läden, die doch einiges zu bieten haben. Nur meine Wenigkeit in einen Wollgeschäft mit einer mir unbekannten Besitzerin, ist so ein eigenes Kapitel. Meist weiß ich mehr über Wolle und Stricken als die Inhaberin oder Verkäuferin. Und ich halte mich da auch nicht zurück…..ich weiß immer genau was ich will und das führt….na sagen wir mal vorsichtig, zu einigen Reibereien. Da bin ich, offen zugegeben, keine gute Kundin. Im Internet redet mir wenigstens keiner drein 🙄

Eine interessante Begebenheit ist mir vor Jahren, pre Internet sozusagen, in einem Geschäft, die Wolle von Lang Yarns führten, passiert. Ich wollte mir unbedingt das reine Kaschmirgarn  von Lang kaufen und wußte, dass der Laden die auch bestellen würde. Theoretisch!
Die Inhaberin hat mich nach Kundtun meines Anliegens mal von oben nach unten gemustert. Ob ich eh wisse, was die Wolle koste? Ja, dass Kaschmir nicht billig ist, weiß ich auch und wenn ich sie mir nicht leisten könnte, würde ich wohl nicht hier stehen…..ich war sauer und angepisst, nachdem ich das Geschäft endlich gefunden hatte, wollte ich, verdammt noch mal, auch das Kaschmirgarn bestellen! Nur mit einer Anzahlung, was ja auch in Ordnung ist, konnte ich sie dann schließlich und endlich überzeugen. Ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass ich dort NICHT mehr war.

Natürlich fehlt mir die Möglichkeit die Garne auch befühlen zu können oder einfach in Wollberge wühlen zu dürfen (obwohl ich dafür nur in meinen Stash tauchen müßte….). Das hat natürlich seine Vorteile. Das einzige, mir bekannte, Geschäft in Wien, die auch Madelinetosh, Ito oder Malabrigo führen, mag ich schon gerne leiden. Die haben eine große Ravelry-Affinität  und wissen, was wir Verrückten zum glücklich werden brauchen 😀
Und ins örtliche Wollgeschäft gehe ich einfach auch gerne, weil ich da immer mit der Besitzerin ratsche und dann auch ein paar Knäuel in die Tasche wandern. Auch wenn’s nicht viel ist, was ich dort finde und kaufe.

Sonst ist halt der Bestellfinger aktiv und manche Garne finden sich eben nur per Mausklick. Aber ich sollte eh nicht mehr so viel Wolle bestellen/kaufen…hust….

Es wird sich an dieser Tatsache auch nicht viel ändern, ich stehe auch dazu und wenn’s geht, dann wird beim Online-Shop bestellt, der in Österreich ansässig ist und meist der verlängerte Arm eines Wollladens ist. So bleibt auch mein Geld im Land, trotz Internetbestellung.

Die gesunde Mischung macht es aus, würde niemand Madelinetosh oder Wollmeise bestellen, so würden diese Handfärber wohl sehr schnell wieder aufgeben. Wäre doch schade. Da kommen  halt die meisten Umsätze über Direktbestellungen oder über Internet-Shops. Kleine Läden können sich diese Garne nicht auf Lager legen. Bei Preisen von rund 20-25 Euro/100g würden sich die meisten Kunden wohl entsetzt auf den nächsten Stuhl setzen (und ein kühlendes Tüchlein für die Stirn brauchen….)
Wir hier bei Ravelry und in den Blogs sind halt alle  ein bisschen gaga…..und zum Ausgleich bestellen wir halt mal Billiges aus der Türkei und das ist schon in Ordnung!

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Nahtlos oder doch in Teilen?

Als ich vor gefühlten hundert Jahren angefangen habe zu stricken, gab es nur eine mir bekannte Methode einen Pullover oder einen Cardigan zu produzieren. Man strickt ein Rückenteil, ein oder zwei Vorderteile und zwei Ärmel. Fügt die Teile mittels Nähnadel oder Häkelnadel zusammen und hofft, dass dieses Teil auch passen wird. (Gebete oder vorchristliche Beschwörungsformeln sollen ja angeblich helfen, das kann ich aber nicht bestätigen…..)

Und da kommen wir schon mal zu dem, nicht zu leugnenden, Vorteil von nahtlos und bevorzugt von oben nach unten zu stricken. Hier können  Beschwörungsformeln getrost vergessen werden und probiert das Teil einfach an. Kann zwar auch zu unangebrachten Fluchen führen, wenn’s nicht passt, aber immerhin noch besser, als das große Heulen, wenn der  fertige Pulli die angefutterten Weihnachtskilos so gar nicht verstecken will oder die Ärmel eher als 3/4 durchgehen und nicht wärmend die halbe Hand bedecken.

Diese Tatsache und den enormen Zuwachs an unsicheren Strickazubis, die auch gern mal ein schönes Oberteil nadeln möchten, hat zu zahlreichen Versionen von „top down“ geführt. RVO ist ein alter Hase, dazu kommen noch interessante Konstruktionen wie z.B. die Contiguous-Methode. Um mal nur eine nennen zu wollen.
Ist einfacher anzupassen, man erspart sich Nähte und knappe Mengen von oft sehr teuren handgefärbten Garn können optimal ausgenutzt werden. Und es macht einfach Spaß, nicht immer nach Schema F zu stricken.

Meinen erste Begegnung mit von oben nach unten, war ein Pulli aus einer Verena. Eher ungewöhnlich für dieses Heft, aber ab und zu gibt es auch hier Methoden abseits der altbewährten Norm.

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Modell 11 „Odette“ aus der Verena Herbst 2011

Irgendwie war das ein Aha-Erlebnis für mich. Ein Pulli aus Sockenwolle, in einem gestrickt und das noch von oben? Ich war erstaunt!  Da begann meine Liebe für dünne Garne und mein „Spaß an Konstruktionen“. Bei Raverly wurde ich dann natürlich erst recht fündig mit derart gestrickten Jacken und Pullovern.

Und trotzdem stricke ich nach wie vor auch gerne in Teilen. Ist einfach eine alte Liebe, die mich lange begleitet hat und nicht vergessen werde sollte. Ärmeln stricke ich ja doch lieber flach statt in Runden. Das bissl nähen stört mich jetzt nicht weiter, obwohl ich nicht soooo gerne die Nähnadel schwinge und Ärmel einsetzen finde ich ja, sonderbarerweise, irgendwie toll (Ja, die spinnt…..)
Optimale Passform ist durch viel Erfahrung und akkurater Maschenprobe auch mit dieser Methode kein so großes Problem mehr.

Hier scheiden sich ja die Geister, einer mag lieber die traditionellen Methode, der andere schwört auf nahtlos und am liebsten von oben nach unten.
Was ich an unserer Strickgemeinschaft so schätze, hier wird niemand ausgeschlossen, jeder nach seiner Fasson und Vorlieben. Jeder wie er mag und kann. Ist doch in Zeiten von soviel Hass und Intoleranz eine feine Sache!

Meine Fazit daraus ist, probiert alles aus, auch wenn es mal daneben geht. Ribbeln, Fluchen und den Ehemann mit irren Blick und gezückter Stricknadel aus dem Haus treiben gehören einfach zum Strickerleben dazu.
Jeder kann seine Lieblingsmethode finden, mit der er glücklich wird.

Es lebe das Internet mit all seinen Strickblogs und Ravelry, wo einfach alles möglich ist und die Gemeinschaft aller Nadelabhängigen, die einfach ein Vorbild an Toleranz und Gemeinschaftssinn sind. Ist doch toll ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein 🙂

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Auf ein Neues!

Ich hoffe ihr seit gut ins neue Jahr gerutscht und seht dem Jahr 2016 mit guten Gefühl entgegen.

Bei uns ging es ruhig zu, wir waren zu Hause und habe Lachsbrötchen und welche mit Roastbeef verdrückt und ein gepflegtes Glas Sekt dazu getrunken. Ich habe natürlich gestrickt, eingemummelt auf der Couch begleitet von Silvesterböllern (bin ja heilfroh, dass sämtlichen Tierchen das Geknalle echt schnuppe ist…)

Was wird wohl das Jahr 2016 bringen? Hoffentlich keine Katastrophen, sondern nur Gutes und Schönes.
Obwohl ich nicht allzuviel von Vorsätzen halte, den die halte ich meist eh nie ein, habe ich mir in Sachen Strick doch einiges vorgenommen. Ist aber eher eine Wunschliste als eine Vorsatzliste.

  1. Stashabbau! Jaja, die übliche Jammerei. Ich hab zuviel Wolle! Kann ich ja nie verstricken! Na, verstricken schon, aber  ich habe langsam keinen Platz mehr. Und die Mengen an Wolle grenzt an Unvernunft. Ich werde irgendwann als Skelett unter einen Berg von Wollknäuel enden…..Es muß was weg und es darf nicht allzuviel dazu gekauft werden. Max 2-3x habe ich mir einen Wollkauf im Jahre 2016 zugebilligt.
  2. Bevor irgendein Großprojekt neu angeschlagen wird, müssen mind. 80% der WIP’s fertig werden. Nur Kleinzeug wie Cowls, Mützen oder Socken (bei mir eher unwahrscheinlich….örks) dürfen auch zwischendurch genadelt werden. Absolute Ausnahme wird die Jacke, eine Eigendesign, für meine Schwester sein. Die wünscht sie sich schon länger und liebe Schwesterleins will man ja nicht enttäuschen, oder?
  3. Wenn ich mit den WIP’s durch bin, möchte  ich endlich einige der vielen Fair Isle und Aran-Projekte, die schon so lange auf meiner Wunschliste stehen, beginnen. So einen richtig schön üppigen Zopfpulli und die aufwendige Fair Isle Jacke von Knit Picks, nur um mal zwei „Will ich unbedingt machen“ zu nennen.
  4. 2-3 Modelle arbeiten, wo ich schon ewig die Wolle eingelagert habe. Eine Jacke im Chanel-Stil aus einen uralten Gedifra-Heft oder das Kleid aus einer Sabrina und die Seiden-Tunika aus einer Sommer-Verena.
  5. Nicht zu viele WIP’s anhäufen und schön der Reihe nach stricken   (das wird am schwersten… :mrgreen: )
  6. Mehr eigene Ideen umsetzen. Ein paar Eigenentwürfe warten schon länger auf ihre Umsetzung.

Um mal gleich mit den 2. und den 5.  Vorsatz zu beginnen, stricke ich im Moment nur an der Jacke „True„. Ein paar Tage habe ich ja immer zwischen „Fernanda“ und dem rosa Jackerl gewechselt. Ich komme zwar mit beiden Projekten gut weiter, aber das geht im Einzelnen alles viel zu langsam! Da ich abends immer etwas müde bin (krankes Pferd fordert seinen Tribut) habe ich mich jetzt mal entschlossen, die eher anspruchslose Jacke fertig zu stellen. (Anneli möge es mir verzeihen, den sie ist schon ganz gierig auf „Fernanda“ 😀 …aber keine Sorge, der wird auch noch fertig!)

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Jetzt fehlt nicht mehr allzuviel. Ist etwas langweilig zu stricken, aber ich mag diesen schlichten, lässigen und auch kuscheligem Look. Ist so ein „Zieh ich mal geschwind drüber“ -Teil. Nur noch zwei Ärmel und die Taschen, das schaff ich in Lichtgeschwindigkeit! :mrgreen:

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Möge es ein produktives Jahr werden und uns viele tragbare FO’s bringen 🙂

Gehabt Euch wohl
Eure Bettina

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Verrückte Weihnachten

Das Jahr 2015 hatte es wirklich ich sich. In diesen denkwürdigen Jahr ist wirklich viel passiert, leider nichts Gutes, aber auch schon gar nichts Gutes!
Besonders der Verlust meiner geliebten Mutter, war eines der schrecklichsten Dinge, die je in meinen Leben passiert sind.

Wie nur Weihnachten feiern? Ohne sie, ohne ihr Lachen und ihre Freude, alle ihre Lieben um sich zu haben.
Meine Mutter war nie ein Kind von Traurigkeit und so haben wir, in ihren Sinne, eine verrückte Weihnachtsparty gefeiert! Zuerst mit Tränen und langen Umarmungen und einer Gedenkminute.
Wir haben reichlich gegessen, getrunken, gelacht, wild getanzt und mitgesungen. Falls irgendwo ein paar Videos von leicht meschugge tanzenden Leuten auftauchen, das sind garantiert wir.
Um 2 Uhr früh ist es immer noch wild zugegangen, Gläser gingen zu Bruch, das Bild von der Mama ist umgefallen (die hat anscheinend mitgefeiert….), manch einer hatte auch schon etwas zu viel Wein konsumiert,aber uns ging’s gut und so hätte es meine Mutter auch gewollt.
Nicht Trübsal blasen, sondern das Leben feiern!

Fragt mich jetzt nicht, wann ich in meinen Bett lag, keine Ahnung 🙄 Ich weiß nur, das meine Schwester und Nichte noch reichlich munter waren, als wir gingen und scheinbar noch bis halb sieben am ratschen waren…..die anderen haben da schon längst geschlafen. Wir sind echt eine irre Familie, aber eine bessere kann man sich nicht wünschen!

Verrückt waren diese Weihnachten nicht nur wegen einer wild feiernden Familie, sonder auch, weil ich vormittags noch die Hiobsbotschaft bekommen habe, das meine Stute nun doch an Druse erkrankt ist und das Abszess nicht ein harmlose Angelegenheit ist. Druse ist eine hochansteckende bakterielle Infektion, die die oberen Atemwege und Lymphknoten befällt. Geht zwar meistens  wieder ohne viel Komplikationen vorüber, nur mußten wir den den Stall unter Quarantäne stellen, damit sich diese Krankheit nicht noch weiter ausbreitet. Woher meine Maus es hat bleibt vorerst ein Rätsel und es bleiben nur Vermutungen.

Ich versorge jetzt mein Pferd mit Einweghandschuhe und Einmal-Plastikschürze und bin so gut desinfiziert, das es kein Bakterium auf mir mehr aushält. Wird auch vorüber gehen, Stuti trägt ihre Boxenhaft mit Fassung, so geht es ihr ja gut. Nur langsam wird’s einfach fad! Aber solange noch Eiter abgeht, dürfen wir auch nicht spazieren gehen. Aber auch das wird vorüber gehen.

Ihr seht, ein wirklich verrücktes Weihnachten!
Jetzt sitz ich  auf meiner Couch, sehe mir Fackeln in Sturm an und stricke an einer meiner Projekte weiter. Wo es hoffentlich bald wieder was zum zeigen gibt :mrgreen: Und dann gehe ich früh schlafen…..

Ich wünsch euch noch schöne Feiertage!
Eure Bettina

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Wie man seine Lieben bestrickt (oder auch nicht)

Durch Zufall bin ich auf diesen lustigen Thread im Deutschen Stricktreff gestoßen.
Hier geht es um den Frustabbau über einen ignoranten Ehegesponns, der die liebevoll gestrickte Jacke nie anzieht, aber gerne zu schlecht verarbeiteten Polytierchen in Jackenform aus dem Billigladen greift. Was tun mit so einem männlichen Exemplar? Umtauschen? Wegwerfen? Umerziehen? Mit Leckerli in Form von Schokolade in die richtige Richtung konditionieren? Bei Hunden und Pferden funktioniert das wunderbar……

Da der liebe Ehemann, Lebensabschnittspartner oder Freund kein Hund oder Pferd ist und wir ihn ja lieb haben, bleibt wohl nur das „Für den strick ich nix!“ Mehr für mich, ist ja auch mein Hobby, meine Zeit und mein Geld. Da dürfen wir mal so richtige schön egoistisch sein.

Oder es findet sich ein bestimmtes Zeugs wie Socken oder Hauben, die das Mannsbild auch gerne trägt.
Schreibt doch eine Strickerin, dass sie ihren Mann fast bewusstlos schlagen muß, damit sie die Socken in die Waschmaschine bekommt. Erinnert mich sehr an mein persönliches Mützen-Armagedon. Da verhält es sich ja ähnlich. Am besten fünf Valium in den Tee, warten bis er weggetreten ist und dann ab in die Wäsche mit den dreckigen Unglücksraben!

Kinder sind ja ein ähnliches Jammertal. Noch klein und niedlich, sind die gestrickten Jäckchen, Strampler und Söckchen ebenfalls klein und niedlich…..und das bestrickte Kind kann sich (noch) nicht wehren.
Irgendwann artet der Pullover für den 12jährigen in echter Arbeit aus, trotzdem wächst er innerhalb der nächsten 2 Jahre garantiert wieder raus aus dem guten Stück.
Das süße Mädl mag lieber Kapuzensweater als Ballettröckchen aus Mohairwolle und findet Gestricktes generell igitt!
Nun, auch hier gilt: MEHR für mich!

Da es aber doch schön ist, anderen eine Freude zu bereiten, sucht man sich ein dankbares Bestrickungsopfer. Die sind zwar rar gesät, aber mit etwas Glück findet man sich auch so eine Person wie meine Mutter es war.
Jetzt habe ich meine Schwester infiziert, die ja schon die Tücher sehr, sehr oft trug und scheinbar in ihre grüne Jacke echt verliebt ist.
Deshalb gibt es demnächst eine Longjacke in oranger und schokobrauner Babyalpaka mit Taschen.

Und den ignoranten Göttergatten läßt man einfach links liegen, der Sohnemann soll mal seine endgültige Größe erreichen (hier geht das Mann-typische Drama mit großer Wahrscheinlichkeit von los..) und das Töchterlein kommt garantiert irgendwann angerannt, um sich den neusten, trendigen Pullover stricken zu lassen.

In der Zwischenzeit gibt’s halt MEEEEEEHR FÜR MICH!!!! GANZ VIEL IN FEINSTER WOLLE UND NUR FÜR MICH!

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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11 Gründe, warum ich so gerne stricke

Nummer 1:
Mir wird garantiert nie langweilig. Egal wo ich bin, wo ich sitze oder stehe.
Lange Zugfahrten werden zum Vergnügen, den da kann ich meinen liebsten Hobby ungehindert frönen und die Zeit verfliegt wie im Flug. Apropos Flug! Das gleiche gilt für lange Flüge (falls ich das Nadelzeugs ungehindert durch die Kontrollen bekomme…..)
Das Wartezimmer beim Zahnarzt wird zur Strickstube und ich winke den nächsten in der Reihe durch „Ach, diesen Mustersatz muß ich jetzt noch zu Ende stricken. Gehen sie nur und lassen sie sich mit dem Bohrer quälen.“
Verregnete Sonntage werden begrüßt und die Pferde können ihre Weide genießen, ohne das ich ungeduldig auf die Uhr sehe oder mir überlege, ob ich schnell nach Hause fahren soll und dann wieder retour. Ich habe ja mein Strickzeug und mein Parkbänkchen.

Nummer 2:
Ich bin immer entspannt.
Das stetige Klappern der Nadeln und das rhythmische Abstricken der Maschen sind wie Yoga. Nur mit dem Vorteil, dass ich mich nicht verrenken muß und in überfüllten Yoga-Kursen herumsitze (was ja auch nicht wirklich zur Entspannung beiträgt)
Ich bin eine entspannte Mama und eine ruhige Partnerin (hoffe ich mal…. 🙄 ) Ein strickendes Urgestein, dass nichts so schnell aus der Ruhe bringt. Außer vielleicht eine falsch herumgezopftes Muster in Reihe 6 wenn ich schon bei Reihe 40 bin. Aber das ist eine andere Geschichte….

Nummer 3:
Ich mache mir meine Mode selber.
Ist mir doch wurscht, was gerade so in ist! Welche Farbe besonders hipp oder gefragt ist, geht mir an der Hutschnur vorbei. Ich habe einen farbenfrohen Stash, jede Menge Anleitungen aus sämtlichen Jahrzehnten und einen Kopf voller Ideen.

Nummer 4:
Stricken hält fit.
Jedes Enträtseln einer Anleitung, jedes Folgen eines Mustercharts und jede Berechnung ist wie Gehirnjogging. Gut, manchmal entsteht ein Knopf im Hirn oder man vergisst plötzlich die Grundrechnungsarten und der Dreisatz wird zu einer Art Schrödingergleichung. Aber es bewegt die grauen Gehirnzellen. Und die des Mannes, der wie aus dem Off heraus, die Lösung der Rechnung unerwartet parat hat. (Die ich vorher in einer Art von Selbstgespräch, vor mich hin gemurmelt habe)

Nummer 5:
Ich kann und darf ohne schlechtem Gewissen, etwas kaufen oder bestellen.
Nämlich Wolle! Den ich gebe ja Geld für das Hobby aus und nicht für nutzloser Kram, der nach fünf Minuten in der nächsten Ecke liegt. Denn was tun wir Frauen wirklich am liebsten? Einkaufen! Zuviel Schuhe fallen nach einer gewissen Zeit auf, den wer braucht schon ein hundertstes Paar Schuhe? Zumindestens kann dieser Umstand dem lieben Ehegesponns oder Lebensabschnittsgefährten schwer klar gemacht werden. (Oder das ‚Lebensabschnitt‘ wird schnell zur Realität…)
Wollkauf kann ich noch gut argumentativ verteidigen (Jaja, ich bin ein Meister der Selbsttäuschung 🙄 )

Nummer 6:
Ich spende anderen Menschen Freude.
So schön es ist, für sich selbst Dinge zu stricken, so viel mehr Genuss bereitet es mir, andere zu beglücken. Mit einer Mütze, einen tollen Tuch oder einer schicken Jacke. Alles Unikate und mit viel Liebe gemacht.
Und ich werde in Zukunft nicht ganz so schnell in einen Wust von Jacken, Pullis und Tüchern versinken. Oder die Schranktür nicht mehr zubekommen

Nummer 7:
Ich habe durchs Stricken viele nette Leute kennengelernt. Stricken verbindet, in manchen finde ich mich wieder, viele bringen mich auf interessante Ideen oder über den ein oder anderen muß ich  einfach nur schmunzeln (ob seiner lustigen und liebenswerten Eigenarten). Ich habe an der Entstehung von Anleitungen mitgewirkt, durch viele von euch tolle Garne kennengelernt und stricktechnisch viel dazu gelernt.
WO sonst gibt es ähnliches?

Nummer 8:
Kreativität!
Ich kann und darf mich entfalten. Ideen ausleben, Muster zusammenstellen oder Anleitungen komplett abwandeln. Es fließt und macht den Kopf frei. Ich erschaffe mit meinen Händen etwas einmaliges und vorher so noch nie dagewesenes. Formen und Farben, die bisher in meinen Kopf gelebt haben, werden zur Realität. Und in jedem Strickstück steckt ein klein wenig meiner selbst.

Nummer 9:
Wolle ist eine gute Investition.
Als Frau vom Fach, kann ich nur zu Wollmeisen, Madelinetosh und Plucky Knitter als alternative Anlagequelle raten. Verlieren nicht ihren Wert, man kann sie anfassen und auch noch was schönes daraus stricken. Und zum Ersatzkuschelpartner taugen sie allemal. Wer braucht schon Aktien und Investmentfonds, wenn es Wollmeisen gibt!

Nummer 10:
Falls ich jemals meinen Mann los werden will, stelle ich einfach das halbe Haus mit Wollkisten voll und parke auf sämtlichen Sitzgelegheiten ein Strickzeugs und stricke 12 Stunden am Tag. Vorher habe ich das gesamte Vermögen in Wolle, Stricknadeln und Anleitungen angelegt (wo es ja gut angelegt ist….)
Kaum ist das passiert, werden mir schon  die Scheidungspapiere ins Haus flattern. (Das Sorgerecht für sämtliche Wollvorräte bekomme natürlich ich!)

Nummer 11:
STRICKEN MACHT EINFACH SPASS!!!

In diesen Sinne noch viele Jahrzehnte fröhliches stricken!
Eure Bettina

Schrödingergleichung: Eine zentrale Grundgleichung der nichtrelativistischen Quantenmechanik.

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