Zwitscherhexe

Stricken, Kochen, Pferde. Mein Leben zwischen Stricknadeln, Kochtöpfe und Reitstall

Die Sache mit den Leinen

Oft stelle ich fest, dass bei dem Thema Leinengarn doch etwas Unsicherheit besteht. Gestern hat mir die liebe Mimi einige Fragen zu diesen Thema gestellt:

Hallo, lese schon öfters Dein Blog und finde viele Deiner gestrickten Teile sehr shön.
Jetzt machte mich “ der Preis“ so neugierig, dass ich nach Details fragen muss.
Was für ein Verbrauch hatte der Pullover – wenn Du ihn aus einer Farbe stricken würdest? Da das Garn sehr dünn ist, würde auch doppelt stricken.
Kenne nur Leinen Garn von Isagen aber Leinen ist etwas störisch, nicht so gut zum stricken.
Wie ist das mit dem Garn? ist das Garn nach der Wäsche weicher geworden?
Würde mich sehr über Ihre Antwort freuen.
Mimi

Zuerst mal danke für dein liebes Kompliment!
Ich bin mir sicher, dass die Antworten und meine Erfahrungen zu Leinen doch einige interessieren werden. Daher mache ich gleich mal einen Beitrag dazu 🙂

Hier geht es erstmal konkret um das Produkt von Lityarn.
Leinen ist, meiner Erfahrung nach mit einigen Qualitäten von verschiedenen Herstellern, immer etwas störrisch und sehr unelastisch. Es wirkt hart und verstrickt sich auch eher so.
Allerdings ist Leinen verstrickt weich im Fall und kratzt auch nicht. Ich finde sogar, das Lityarn einen besonders schönen und weichen Fall hat. Nach dem waschen wird es auch noch weicher.
Zu fest sollte es nicht verstrickt werden. Pflanzenfasern lassen sich ohnehin nie so dicht verstricken, ziehen sich aber nach dem Wäschen immer in Breite und/oder Länge zusammen. Gewaschenen Maschenprobe ist hier auf jeden Fall zu empfehlen (sollte aber jetzt langsam in allen Strickerinnen-Köpfe angekommen sein….)

Ich habe Lityarn doppelt genommen und mit 3,5mm verstrickt und bin auf eine Maschenprobe von 21/22 Maschen pro 10cm gekommen. Nach dem Waschen komme ich auf 24M. Beim Tragen wird das Gestrick dann wieder etwas weiter. Vorteil ist, dass dieses Material sehr pflegeleicht ist und auch schnell trocknet. Und es kühlt auch bei großer Hitze.

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Verbraucht habe ich für meinen Streifenpulli insgesamt 2,3 Stränge. Also sind 4-6 Stränge je nach Kleidergröße für ein Sommeroberteil ausreichend.

Ich habe bisher ein reines Leinengarn von BC-Garne und von Shibui verstrickt. Beide hatten ähnliche Eigenschaften in Struktur, Strickverhalten, Weichheit und Fall. Solch ein Garn ist gewöhnungsbedürftig, das stimmt schon, aber auch einfach herrlich in seinen Trageeigenschaften.

Wer nicht gleich mit zu harten und starren Garn arbeiten möchte, dem empfehle ich Mischgarne aus Seide/Leinen oder Leinen/Viskose mit hohen Leinenanteil. Da sind die Eigenschaften und der spezielle Griff des Leines noch erhalten, aber deutlich weicher und auch glänzender. Auch mit Baumwolle gemischt gibt es schöne Garne, die können aber echt steif sein (mit schlechten Fall). Hier würde ich auch einen hohen Leinenanteil empfehlen.

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Hier ein paar Schätzchen aus meinen Schatztruhen. (von links nach rechts)

  • Ice Yarns Linen (Leinen mit Viskose, glänzend und sehr weich)
  • BC Garn Linen (100% Leinen) von BC gibt es auch Leinen/Seide-Mischungen
  • Quince & Co Sparrow (100% Leinen)
  • Rowan Creative Linen (50% BW 50% Leinen)
  • Handmaiden Fine Yarn Lino (65%Seide 35 %Leinen, hat trotz hohen Seidenanteil noch eine schöne Leinenoptik)

Probiert es einfach aus, wie Mohair oder Alpaka kann es Liebe fürs Leben sein oder es bleibt bei dem Versuch. Entscheidet selbst und macht euch ein leichtes Oberteil für heiße Tage.

Ich werde mal mit dem Rest Lityarn in Braun ein Lacetüchlein stricken. Mal sehen, wie das so wird 🙂

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Wenn die Röslein erblühen

Im Garten wird es wohl noch ein Weilchen dauern, bis die ersten Rosen ihre duftenden Blütenblätter öffnen. Auf dem Jackerl sind schon frühzeitig gelbe Rosen aufgeblüht (besser gesagt, von mir eingestrickt…..)

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Ich habe dem Projekt den Namen „Golden Celebration“ gegeben, eine Reminenzenz an eine englische, gelbbühende Rose mit diesen Namen.

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Ein Mascherl! Und es ist tatsächlich zweifarbig geworden.
Ich habe keine richtige Blende gemacht, nur einen I-Cord mit eingebauten Knopflöchern. Ich wußte zwar, das es das gibt, nur wie das zu bewerkstelligen ist, davon hatte ich keinen blassen Schimmer. Flugs gesucht und dieses sehr gute Video dazu gefunden. Kurz und bündig und gut verständlich.

Jetzt müssen noch Ärmel dran, hier wieder top down mit verkürzten Reihen….kann ja nicht mehr lange dauern, bis ich es anziehen kann *freu*

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Anmerkung:
Das Rosenmuster sitzt auf der Puppe etwas zu tief, bei mir ist es genau in der Taille, wo es auch hingehört 🙄 (bin etwas länger…..)

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Das wurde aber auch Zeit!

Hat eh nur ein Jahr gedauert, bis der tolle Pullover von Fadenstille die Nadeln verlassen hat. Irgendwie waren da immer diese fiesen (aber lustigen) Teststricks, fiese, böse Todesfälle und damit verbundene Strickunlust und schon sammeln sich die angefangenen Projekte (und wenn man nicht aufpasst, wird man eines Tages von den vielen WIP’s und UFO’s erschlagen…..)

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Aber jetzt ist er fertig! Hurra! Jubel! Jubel! Lasst eine Party steigen!

Ich bin mehr als zufrieden, ist er doch genauso geworden, wie ich mir den Pullover erträumt habe. Oben schön figurbetont, unten weit und flattrig, Tunikalänge und überlange Ärmel, ein bisschen mittelalterlich, ein wenig Fee und mit viel romantischen und nostalgischen Flair.

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Die weite A-Linie habe ich durch zweimaliges stricken des Zunahme-Charts erreicht und bei den Ärmeln habe ich nicht abgenommen, sondern ebenfalls einmal den Zunahme-Chart gestrickt. So sind mäßige Glockenärmeln entstanden.

Passformtip:

Viele scheuen ja eine A-Form, da sie befürchten schwanger auszusehen oder generell etwas fülliger. Dabei ist gerade dieser Shape ideal um kleine Pölsterchern zu verstecken.

  • Im Brustbereich sollte der Pullover schmal und mit etwas Minderweite geschnitten sein. Er sollte in diesen Bereich wirklich gut sitzen.
  • Zunahme für die A-Linie immer unterhalb der Brust beginnen. Sonst wirkt man wirklich schwanger, besonders bei üppiger Oberweite. So wird die schmalste Stelle unterhalb der Brust betont. Ähnlichen Effekt hat eine Empire-Linie.
  • Das Oberteil nicht zu kurz stricken. Möglichst darauf achten, dass das Teil nicht an der breitesten Stelle der Hüfte endet. Auch wenn man etwas kürzer in der Größe ist! Lieber Über-Po-Länge stricken, als quadratisch zu wirken 🙄 Das gilt übrigens generell für alle Oberteile verbunden mit weiblicher Figur….

 

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Anett hat uns wirklich ein wunderbares Design beschert, das Muster ist eingängig und sehr entspannt zu stricken, nach dem letzen Abketten gab es nur ein paar harmlose Fäden zu vernähen, ab in die Waschmaschine, ein bissl spannen und schon darf man sich in einen neuen Wohlfühlpullover hüllen. Vielen Dank dafür 🙂

Modell-Infos:

  • Rose of Jericho von Fadenstille (kostenlose Anleitung/deutsch)
  • DyeforYarn DK Silk/Merino in der Farbe Poisoned by Love
  • 6 Stränge (1250 m) für  Gr.M

Jetzt werde ich mal wieder an meiner Vintage-Jacke weitermachen, die soll als nächstes fertig werden 🙂

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Die verstrickte Dienstagsfrage

Wer hat es nicht schon einmal erlebt: Brav eine Maschenprobe gestrickt und das fertige Strickstück passte später doch nicht 😦
Welche Tipps habt ihr für eine exakte Maschenprobe?

Und an alle, die auf einem großen Stück grundsätzlich lockerer oder fester stricken als bei ihrer Maschenprobe: Wie handhabt ihr diese Abweichungen; was macht ihr, damit es zum Schluß trotzdem passt?

Jaja, das soll schon mal vorkommen! :mrgreen: Ist natürlich ärgerlich, wenn der Pullover nach dem Waschen um 20cm breiter wird. Habe ich letztens gelesen, da ist das so passiert.

In meinen früheren Strickzeiten ist die Maschenprobe wesentlich fester geworden. Doch eher ein fester Stricker, bin ich hier regelrecht zum Brettstricker mutiert. Ist natürlich kontraproduktiv.
Mit etwas Übung gelingt auch die Maschenprobe in der Festigkeit, die ich ansonsten auch habe. Einfach nur entspannt sein, in seinen üblichen Rythmus mit gewohnter Fadenspannung stricken.
Wichtig finde ich auch, das die Maschenprobe gewaschen wird. Und dann die Probe genauso behandeln, wie auch das fertige Teil behandelt wird.
Wenn ich den fertigen Pulli oder die Jacke wasche, dann wird sie kräftig geschleudert, in einem Knäuel zur Spannmatte getragen und dann vorsichtig aufgelegt, glattgestrichen und auf  Maß gespannt. Die Maschenprobe behandle ich ähnlich. Nur auflegen und feststecken, nicht auseinander ziehen. Mache ich ja beim fertigen Teil auch nicht.

Vorher natürlich Maschenanzahl und Reihen sorgfältig auszählen und danach ebenfalls. Falls Abweichungen da sind, immer mit einrechnen.
Besonders Seide oder Wolle mit Seide wird mit großer Wahrscheinlichkeit 10-20% länger. Das ersehe ich aus der Mascheprobe und berechne dann, um wie viel das Strickstück länger oder breiter wird.
Diese Vorgangsweise ist gut, aber jetzt nicht unbedingt ein absoluter Garant für ein gelungenes Oberteil oder Rock. Deswegen messe ich immer in bestimmten Abständen nach oder probiere an.
Manche waschen auch dazwischen das Strickstück, um zu sehen wie sich die Maschen im großen Format verhalten.

Aber mit einer ausreichend großen und gewaschene Maschenprobe dürfte nicht allzuviel schief gehen. (Daumendrück!)
Zum passgenauen stricken gehört auch viel Erfahrung,  vieles erschließt sich einem erst nach jeder Menge „try and error“ ist-mir-jetzt-total-mißlungen. Und auch heute gelingt bei mir nicht immer alles, so wie ich es mir auch vorstelle.
Stricken hat doch schon was sehr organisches an sich. Je nach Müdigkeit oder Laune, kann sich die Strickfestigkeit verändern. Materialen verhalten sich unterschiedlich und nicht immer ist es für das jeweilige Modell auch geeignet.

Dann gibt es eben Ribbelorgien mit dem Hintergedanken, es nächstes Mal besser zu machen oder das eigentlich firgurbetonte Seidenjäckchen ist jetzt ein bequemes Oversize-Teil. Ich trag’s aber echt gerne!! ( und mit dem Wissen, dass Seide viel fester verstrickt werden muß, nicht für figurbetontes geeignet ist und ich immer mehr Weite und Länge einplanen werde…und eine ausreichend große und gewaschene Maschenprobe gemacht werden muß haha)

An alle, die noch mit Maschenproben und Passgenauigkeit kämpfen, Kopf hoch, keine Meister ist von Himmel gefallen, immer informationsreiche Blogs lesen, You Tube- Videos gucken und sich nicht scheuen, in den Ravlery-Gruppen auch „doofe“ Fragen zu stellen oder einfach „HILFE“ zu schreien.  Und ganz wichtig! Einfach ausprobieren, auch wenn man mal etwas mehr ribbeln muß 😀

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Fortschritte

Ganz kleine nur, aber immerhin! Der Blazer ist ein bisschen gewachsen. Für meine Verhältnisse eher im Schneckentempo, aber der Mensch freut sich 🙄

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Ich bin wirklich begeistert von der raffinierten Konstruktion und dem tollen Schnitt, den Jutta wieder einmal  für uns gezaubert hat. Aber ich bin auch nichts andere gewohnt von meiner Landsmännin.
Jutta hatte etliche Ribbel-Attacken (und wahrscheinlich einige Nervenzusammenbrüche, aber genaueres ist nicht bekannt…) bis zur Fertigstellung, es (also die abhanden gekommen Nerven) haben sich aber wirklich gelohnt.

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Der Reverskragen begeistert mich am meisten, die Blenden habe ich nicht ganz so auf Anhieb hinbekommen 🙄 und einige Knoten im Kopf mussten gelöst werden (Häääää??? Kopfkratz Kapier ich nicht!) Ich bin aber ganz verliebt in das Ergebnis 🙂

Zum Abschluß noch die Beantwortung einer Leserfrage:

Hallo Bettina. Magst Du mir verraten woher Du die Vogue Knitting beziehst? Ich habe bisher nur die Möglichkeit gefunden, direkt in den USA zu abonnieren.

Gerne verrate ich meine Geheimnisse 🙂
Ich kaufe die Voque Knitting sowie auch die Interweave Knits und andere englische Strickzeitschriften immer digital. Da ich meine Anleitungen nie ausdrucke, sondern direkt vom IPad stricke, ist diese Möglichkeit sehr praktisch. Dies funktioniert über eine App, die ihr über euren App Store kostenlos beziehen könnt. Interweave  Knits könnt ihr euch auch direkt über den Shop herunter laden.

Wer es digital nicht mag, der kann die meisten Hefte über Martina beziehen. Hier gibt es auch die Möglichkeit eines Abos.

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Streifen mal anders

Einer der Neuzugänge in meiner Strickbibliothek ist das Musterbuch „400 Knitting Stitches“ von Potter Craft. So eine Mustersammlung hat mir noch gefehlt. Habe ich zwar einige Literatur zu Aranmustern und Fair Isle und ein paar alte Burda Musterhefte in meinen Schränken, aber ein universelles Musterbuch war bisher nicht dabei.

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Eine schöne Sammlung an allen gängigen Mustern und hier habe ich auch gestöbert und geblättert, um die ideale Ergänzung zu den Streifen für den Mutti-Pulli zu finden.

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Der oberste Streifen ist ein einfaches Perlmuster. Kennt sicher jeder, oder? (Wer nicht, der hebe die Hand 🙄 )

Der breite braune Streifen hat ein Interrupted Rip Muster verpasst bekommen:

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Interrupted Rip in Runden:
Runde 1: *2M rechts, 2M links* von ** bis Ende wiederholen
Runde 2: wie Runde 1 stricken
Runde 3: rechte Maschen
Runde 4: linke Maschen
Runde 1-4 fortlaufend wiederholen bis die erwünschte Höhe erreicht wurde

Mein Favorit ist der Woven Stitch, zu finden in frühlingsfrischen Grün.

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Woven Stitch in Runden:
Runde 1: *1M rechts, 1 Masche wie zum links stricken abheben mit Faden vor der Arbeit* von ** wiederholen
Runde 2: rechte Maschen
Runde 3: *1 M wie zum links stricken abheben mit Faden vor der Arbeit, 1 M rechts* von ** wiederholen
Runde 4: wie Runde 2

Die „betonten“ Übergänge von einem glatt rechts Streifen zu einen Musterstreifen enstehen automatisch durch den Musterwechsel. Ich habe dies absichtlich so gelassen, weil ich das recht hübsch finde.
Beachten: Beim Übergang Muster => glatt rechts immer eine Musterreihe in der neuen Farbe stricken. Damit auch hier der gleiche Effekt auftritt.
Wenn dieser sichtbare Übergang nicht erwünscht ist, einfach eine Runde rechte Maschen in der neuen Farbe stricken und dann erst mit dem Muster beginnen. (Siehe Übergang brauner => grüner Streifen)

Und damit auch glatt rechts Streifen nicht langweilig sind, einfach die erste und letzte Reihe mit Hebemaschen versehen.

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Hebemaschen:
*1M rechts, 1 Masche wie zum links stricken abheben mit Faden hinter der Arbeit*  von ** wiederholen bis Ende der Runde

Auch Streifen dürfen lustig sein und müssen nicht immer nur mit rechten Maschen glänzen. Probiert es einfach aus. Jedes Strukturmuster, Rippen- oder Hebemaschen-Muster das eher zart und kleinteilig ist, funktioniert garantiert.

Ich habe heute vom Mann eine auf den Deckel bekommen, denn ich muß brav das Bett bzw. die Couch hüten, damit ich auch wieder gesund werde. Ich kann ja schlecht Ruhe geben….das muß ich noch machen und einkaufen und die Pferde überleben ohne mich nicht und die Kinder verhungern und und und…da ist ihm (also meinen Mann) der Kragen geplatzt! Bumm, jetzt darf ich grad noch indische Linsensuppe kochen (das habe ich ihm grad so abringen können…)
Jawohl Herr Oberlehrer! (Ich salutiere gerade im Geiste 😎 )

Euch viel Spaß beim Streifen sortieren!
Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Linke Maschen auf Norwegisch

Sehr oft lese ich, dass vielen Strickerinnen linke Maschen Probleme bereiten. Ich fand das immer interessant, da ich rechte wie linke Maschen gleichermaßen schnell und auch in einigermaßen gleicher Festigkeit abstricke. Ich habe mir darüber auch nie Gedanken gemacht.
Aber scheinbar ist der Arbeitsschritt „Faden vor die Arbeit legen und dann den  Faden durchholen“ für viele ein Thema. Sehr häufig höre ich, dass sei mühsam und gehe zu langsam.

Durch Zufall habe ich die Methode der „norwegischen linken Maschen “ entdeckt. Hier wird der Faden immer hinter der Arbeit geführt. Ein passenden Video habe ich dazu gefunden.

Ich habe diese Methode ausprobiert und es funktioniert problemlos. Ob es jetzt einfacher ist, muß jeder für sich entscheiden. Aber könnte ja für den einen oder anderen die Lösung für diese verflixten linken Maschen sein.

Und ich gehe jetzt einen Nadel-Parkplatz stricken (danke schön an Birgit für den Tip und ich werde berichten…) und mein Zopfmantel wird heute auch noch fertig!

Einen schönen Sonntag wünsche ich euch
Eure Bettina

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Tips und Tricks rund um Steeks Teil 2

Da kommt es jetzt, das Gruselkabinett des Dr. Mabuse (oder Dr. Zwitscherhexe 😉 )
Wir schneiden ins Gestrickte kreisch. Aber keine Angst, ist halb so wild.

1. Steekmaschen sichern:
Es gibt zwei Möglichkeiten dies zu tun. Entweder ihr näht mit einer Steppnaht die Maschen ab oder ihr umhäkelt die Maschen.
Ich finde das abhäkeln sympathischer und deswegen, werde ich euch diese Methode näher bringen.

Ihr habt eine ungerade Zahl an Steekmaschen angeschlagen. Die mittlere Masche wird dann aufgeschnitten.
Hier seht ihr gut, welche Masche ich meine.

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Ihr nehmt eine wesentlich dünnere Häkelnadel als eure Stricknadelstärke, dann am Rand beginnen. Hier schon gut mit einer Kettmasche absichern, dass auch nichts nach dem schneiden rausrutscht. Nehmt am besten einer der Garne, die ihr auch für euer Strickstück verwendet habt. Eine kontrastierende Farbe würde ich empfehlen. Dann fällt das aufschneiden leichter.

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– Ihr holt den Faden durch das halbe Maschenglied der Masche neben der Mittelmasche und durch das halbe Maschenglied der Mittelmasche.

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– Das wiederholen und den Faden durch beide Schlingen holen. Es wird eine feste Masche gemacht.

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Diese beiden Schritte wiederholen bis zum Ende des Steeks. Die eine Seite des Steeks ist nun gesichert. Nun das gleiche auf der gegenüberliegenden Seite wiederholen.

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So sollte das nun aussehen. Immer darauf achten , dass ihr die Randmaschen auch ausreichend umhäkelt. Sonst könnten euch Maschen entfleuchen. Und das wollen wir ja nicht.

2. Steek aufschneiden:
Jetzt ist gut sichtbar, wo ihr schneiden müßt.

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Einmal tief Luft holen, noch einen Schnaps trinken, eine Zigarette rauchen und los geht es!

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Am besten eine spitze, gut schneidende Schere verwenden. Gut geeignet sind Stickscheren oder solche fürs Haaare schneiden. Querfaden für Querfaden durchschneiden und plötzlich ist die unförmige Wurst eine Jacke oder Tuch (oder was euch sonst noch so einfällt.)

3. Maschen aufnehmen und Steek versäubern:
Aus der Linksrippe (siehe auch Teil 1) die Maschen für die Blenden aufnehmen.
Der Steek klappt dann automatisch nach innen und kann sehr bequem gegengenäht werden. Die losen Fäden einfach unter dem Steek verstecken.

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Hier schöner Steek (und nicht pfui Steek von Kapuzenjacke…)

Ihr seht, ganz einfach und praktisch und zur Nachahmung dringend zu empfehlen. 😀

Anmerkung:
In Fall der hier gezeigten Kapuzenjacke, habe ich den Rippenbund ebenfalls mit einen Steek gestrickt. Normalerweise diesen Teil des Strickstücks flach in Reihen stricken. Den Steek vorher abketten oder nach dem Bund neu anschlagen. In diesen speziellen Fall habe ich den Bund mit einen Steek versehen, damit ich einen gleichmäßige Fläche für den Reißverschluss habe.

So Mädsl (oder auch Jungs?), ich hoffe ich habe euch diese Technik, wie ich sie verwende,  etwas näher gebracht.

Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Tips und Tricks rund um Steeks Teil 1

Wie ja schon versprochen, möchte ich euch einiges über das steeken erzählen. Und keine Angst davor! Ist einfacher, als es aussieht 😀

Zuerstmal “ Was ist ein Steek?“.
Eine praktische Lösung, um auch bei Jacken in Runden stricken zu können. Den Jaquardmuster geht nun mal flüssiger von den Nadeln, wenn nur rechte Maschen abzustricken sind.
Dafür werden zusätzliche Maschen angeschlagen, die dann in der Mitte aufgeschnitten werden. Schneiden? Mit Schere? Bei Gestrickten? Nicht in Panik verfallen, die Maschen werden vorher gesichert.
Am besten immer eine ungerade Zahl zusätzliche Maschen anschlagen. Ich finde 5, 7 oder 9 Maschen ganz ideal. Je nach Garnstärke.
Hier sind es 7 Maschen.

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Über den Steek IMMER mit beiden Farben arbeiten. Je eine Masche Farbe A und eine Masche Farbe B. Man kann dies (wie im Beispiel) in Streifen oder alternativ in Schachbrettmuster machen.
Rundenbeginn ist immer nach dem Steek. Hier finden dann auch die Farbwechsel statt.
Die Fäden können dann ganz elegant unter dem Steek verschwinden.
Ich verwebe die Fäden immer über 2-3 Maschen, da die neu angesetzten Fäden dann etwas fixiert sind. Aber muß nicht unbedingt sein. Würde es aber trotzdem empfehlen.

Nur zur Frage „Wie verwebe ich Fäden?“

Sehr gut funktioniert das einweben, wenn man beide Fäden über den Zeigefinder gewickelt hat. So stricke ich eigentlich immer Jaquardmuster, geht flott und die Fadenspannung ist immer die gleiche (mit etwas Übung 🙄 )

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Will man nun den hinteren Faden abstricken und den vorderen verweben, dann mit der Nadelspitze den hinteren Faden UNTER dem vorderen Fäden durchholen und abstricken.

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Die nächste Masche normal abstricken, dann wieder den Fasen durchholen. So weiter verfahren bis die gewünschte Länge des verwebten Fäden erreicht ist.

Will man allerdings den vorderen Faden abstricken und den hinteren verweben, dann geht man genau umgekehrt vor.

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Man geht mit der Nadelspitze ÜBER den hinteren Faden und holt den vorderen UNTER dem hinteren durch.

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Das ist etwas fiddelig, ich nehme hier immer den Daumen der linken Hand zur Hilfe und schiebe den Faden nach hinten….ist das jetzt irgendwie klar?
Die nächste Masche wieder normal abstricken und so fort bis wieder genug Faden verwebt ist.
Ist eine super Methode bei stricken in Runden und häufigen Farbwechsel (Streifen oder Fair Isle) das Fäden vernähen zu vermeiden. Und natürlich um zu lange Spannfäden an der Rückseite zu minimieren. Ich verwebe immer ab fünf Maschen.

Als ich angefangen habe, mich mit Steeks zu beschäftigen, hatte ich zwei Probleme. Wie fixiere ich die Maschen ohne zu nähen und wie nehme ich problemlos Maschen für Blenden auf ohne die Krise zu bekommen. Macht man nämlich den Steek nur mit rechte Maschen, sieht man nach dem schneiden kaum die Kanten. Es wird empfohlen, die Linie mit einen dünnen Faden zu markieren. Och ne! Das ist ja mühsam! Will ich nicht! Mag ich nicht und ich mach sicher nie nen Steek!
Lösung des Problems:

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Die erste und letze Masche des Steeks immer links abstricken. Und dann ist das Maschen aufnehmen ein Kinderspiel, da die Linksrippe den Rand markiert.
Für das Problem des fixieren gibt es eine Häkelnadel, aber dazu später 🙂

Wie nehme ich für Auschnitte oder Ärmel ab oder zu?
Die Ab- bzw Zunahmen werden immer links oder rechts des Steeks gemacht.

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Eigentlich genauso wie betonte Abnahmen oder normale Zunahmen vor und nach der Randmasche. Nur hier sind Anfang und Ende des Steeks die Randmaschen. Einfach, nicht?

Eine genaue Beschreibung wie man den Steek sichert, aufschneidet und versäubert kommt im zweiten Teil. Da müßt ihr euch noch etwas in Geduld üben, da ich das aufschneiden & Co bei der Kapuzenjacke genauest dokumentieren möchte. Zwecks besserer Darstellung und Verständnis.

Ihr könnt ja schon mal üben 👿 und dann wird das Übungsfleckerl auch brav benotet von der Frau Lehrerin.
Jetzt haben sicher ein paar Leser Reiß aus genommen,in bitterer Erinnerung an grausamen Handarbeitsunterricht…..da bleiben! Hier wird niemand gescholten!

Na den
Gehabt euch wohl
Eure Bettina

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Keine Angst vor Fair Isle

Mir ist in der letzten Zeit sehr oft aufgefallen, dass viele Strickerinnen einen großen Respekt vor mehrfarbigen Einstrickmustern haben. Das traue ich mir einfach nicht zu! Wie geht das überhaupt? Zu kompliziert, zu langwierig! So scheinen viele zu denken.

Hmmmm, diese Gedanken hatte ich eigentlich nie. Warum, kann ich nicht beantworten. Ich kann aber nachvollziehen, dass so mancher einen gehörigen Respekt vor dieser Technik hat. Muß aber nicht sein, Norwegermuster ist ganz einfach. Versteckt sich nur hinter einer „Huch, ich bin kompliziert“ -Maske.

Ja, zu meinen Strickanfangszeiten schimpfte sich das noch Norweger- oder Jaquardmuster. Ziemlich unbeeindruckt habe ich mir damals zwei Farben genommen und einfach einen Pullover mit Norwegersternen gestrickt.

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Dieser Pulli ist um die 20 Jahre alt. War es schwer? Nein. Und komplett in „Faden-Schmeiß-Technik“ gestrickt. Will heißen, dass ich immer nur einen Faden um den Finger gewickelt habe. Beim Farbwechsel Faden weg schmeißen und den anderen um den Finger wickeln. Also wurden abwechselnd die einzelnen Farben geschmissen 😆 Der Gedanke „Das ist sicher schwer und kann ich garantiert nicht“ kam mir einfach nicht. Ist auch nicht notwendig, sich solchen trüben Gedanken hinzugeben.

Was ich damit sagen will: Mädls, wer rechte und linke Maschen stricken kann, der kann auch vielfarbig stricken.
Am Anfang wird es vielleicht etwas holprig aussehen, oder die Maschen werden sich zusammen ziehen. Aber alles nur reine Übungssache.

Ich finde übrigens die Fadenschmeiß-Technik nicht die schlechteste für den Anfang. Man hat Zeit seine Fäden zu ordnen, das Gestrick etwas auseinander zu ziehen und die Fadenspannung gleichmäßig zu halten.

In Runden zu beginnen, ist sicher von Vorteil. Da es nur rechte Maschen gibt und das Muster so auch besser erfasst werden kann. Wie wärs mit einem Pulli in Runden geschmückt mit einer einfachen Jaquard-Bordüre. Anfangs würde ich graphische Muster wie Dreiecke bevorzugen, da diese sehr logisch aufgebaut sind. Je runder die Muster sind, wie Ranken, desto schwieriger wird es.

Ist der Anfang erst geschafft und man vertrauter mit der Technik ist, kann auch an unterschiedlichen Faden-Halte-Techniken gearbeitet werden. Ich stricke immer mit zwei Fäden parallel über dem Zeigefinger gewickelt. Geht auch mit drei Fäden, wenn ich die Anfangs- und Endfäden verwebe. Alles nur reine Übungssache, glaubt mir!
Und Steeks sind problemloser zu machen, als es sich in unseren Gehirn abspielt.

Zu eigentlichen Technik möchte ich nicht weiter eingehen, da es zahlreiche gute Videos zu diesen Thema gibt.
Ich möchte aber trotzdem einige Tips in der nächsten Zeit für euch bereithalten. Ich stricke gerade an einer Jacke mit Fair-Isle Rundpasse (ist mir irgendwie so dazwischen gerutscht…wie konnte das nur passieren? örks) wo ich einen Steek einbauen werde.

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Im Zuge der Rundpasse kann ich euch sicher einiges zu Steek & Co zeigen. Vielleicht hilft es den ein oder anderen 🙂
Gestrickt wird Dilys aus der Rowan Tweed Collection mit Louisa Harding Willow Tweed (nicht mehr zu finden, die Restbestände habe ich alle aufgekauft…auslaufende und tolle Qualität…ihr wisst schon….)

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Also ihr Lieben, sucht euch zwei Farben, eine einfaches Muster, ein paar gute You Tube Videos und macht einfach!

Viel Spaß
Eure Bettina

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